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Das erste Porsche-E-Mobil



'P1' steht ganz einfach für 'Porsche 1', offiziell 'Egger-Lohner C2'. Ganz sicher scheint zu sein, dass es wirklich der erste ist. Natürlich ist er nicht unter dem Namen Porsche entstanden, sondern als Egger-Lohner. Egger steht für die Vereinigten Elektrizitätswerke, für die Porsche arbeitet, Lohner für seinen zukünftigen Arbeitgeber.

Ferdinand Porsche ist erst 23 Jahre alt.

Nein, der junge Porsche konstruiert noch keine Sportwagen. Er ist eigentlich Leiter des Motorprüfstandes bei Egger, obwohl er auch das nicht in einer Lehre gelernt hat. Zum Hubkolbenmotor kommt Porsche, als er den wegen der begrenzten Reichweite der Batterien zur Stromerzeugung einsetzt.


Das geschieht aber etwas später, noch baut er solche Gefährte, wie Sie hier auch eins von 1899 sehen. Seit etwa 1882 gibt es die 'Erste österreichische Fabrik für elektrische Beleuchtung und Kraftübertragung B.Egger & Co'. 1896 firmiert sie um in 'Vereinigte Elektrizitäts AG vorm. B.Egger & Co'. Später wird daraus der österreichische Zweig der heute besser bekannten Schweizer Brown, Boveri & Cie.

Hier holt sich die 'K.u.k Hof-Wagenfabrik Jacob Lohner' fachliche Hilfe, um nicht mehr nur Tausende luxuriöser Kutschen, sondern auch pferdelose Wagen anbieten zu können. Kurz vor und nach der Jahrhundertwende ist die Hochzeit des elektrischen Antriebs auch für Fahrzeuge, der dem Hubkolbenmotor wegen der längeren Entwicklungszeit noch überlegen scheint. Porsche realisiert die Projekte und wechselt dann auch über zu Lohner.

Aber bei Lohner sind auch mit Benzin betreibbare Kutschen in der Planung. Deutlich nach 1900 werden dann auch favorisierten Benzinfahrzeuge bei Lohner gebaut, aber da (1906) hat Porsche schon zu Austro-Daimler gewechselt, einem typischen Auto-Hersteller. Lohner stellt später Motorräder, Lastkraftwagen und Autobusse, aber auch Straßenbahnen und Flugzeuge her, ist heute Teil des kanadischen Bombardier-Konzerns.

Motorgewicht 130 bzw. 135 kg ...

In beiden abgebildeten Fahrzeugen lassen sich die 44 Batteriezellen (120 Ah) in ca. vier Stunden für 80 Kilometer Reichweite aufladen. Damit schaffen die 1.350 kg bzw. 1450 kg schweren Gefährte bei 2,2 kW (3 PS) 25 km/h, können für eine kurze Zeit die Motorleistung aber auch noch etwas steigern. Gänge werden durch stufenweise Ansteuerung des Elektromotors simuliert, auch der R-Gang. Gebremst wird herkömmlich oder über den E-Motor, allerdings keine Energie rückgefördert.

Kurzfristig sind 3,7 kW (5 PS) möglich ...

Diese beiden Modelle haben noch keine Radnabenmotoren, dazu müssten Sie hier anklicken. Der E-Motor ist direkt mit dem Achsantrieb verbunden, der wiederum das Drehmoment durch Zahnräder an die Hinterräder weitergibt. Ferdinand Porsche kommt mit dem P1 bei einem Rennen in Berlin nach 40 km weit vor den anderen ins Ziel. Er holt auch die Goldene Medaille der Autoausstellung von Berlin 1899.

Sieg mit 18 Minuten Vorsprung ...

Der P1 ist wohl bald nach seinen Erfolgen beiseite gestellt worden. Er wurde erst vor kurzem vom Enkel Dr. Wolfgang Porsche aufgespürt und dient nun unrestauriert und nur zusammen mit einem neuen Aufbau aus Plexiglas als neuer Anker des Porsche-Museums, passend zu dessen fünfjährigem Bestehen. 01/14










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