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1961 Citroën Ami 6/8




Urteilen Sie bitte nicht vorschnell über die Form. Zugegeben, das Heck sieht gewöhnungsbedürftig aus, aber objektiv betrachtet hat es Vorteile. Immerhin haben die hinten Sitzenden genügend Kopfraum und Abstand zur Heckscheibe. Und der Kofferraumdeckel geht auch noch prima auf. Das ist wieder so eine typische Citroën-Lösung, bei der unkonventionelles Design am Ende doch Sinn macht. Leider wird sie trotzdem nicht von anderen übernommen, denn der Alltagsnutzen weicht nur zu oft dem Design.

Über die Herkunft des Ami 6 besteht kein Zweifel. Es ist der 2 CV-Unterbau, dessen Motor inzwischen auf 600 cm³ (daher die 6) vergrößert wurde. Nur hat er diesmal eine vollständige Karosserie. Die besonderen Fahreigenschaften sind geblieben, das Motorgeräusch samt der Durchzugsschwäche ebenfalls. Trotzdem, die Franzosen mögen ihn mehr als den R 4, jedenfalls nach den Zulassungszahlen zu urteilen.

Eines haben alle Citroëns jener Tage gemein: Alle lackierten Außenteile sind in wenigen Minuten demontierbar. Man kann also seinen Kotflügel alleine zum Ausbeulen in die Werkstatt schicken. Ansonsten ist der tägliche Umgang mit dem Auto am Anfang gewöhnungsbedürftig: Das fast kreischende Geräusch beim Anlassen, die häufig nötige hohe Motordrehzahl und die anderen Maßstäbe bei der Verarbeitung sind speziell für deutsche Käufer störend.

Hierzulande vermag dann leider auch das für die Fahrzeugklasse beispiellos komfortable Fahrwerk mit zwar abenteuerlicher, aber doch sicherer Seitenneigung nicht überzeugen. In Frankreich scheint die Krankheit ähnlich der auf Schiffen kein Thema zu sein. Hinzu kommen hohe und damit unsportliche Lenkkräfte und Mut zum Gasgeben. Hat man sich allerdings einmal für den Ami 6 z.B. in der Kombiversion (Break) entschieden, so ist das meist der Beginn einer langen Freundschaft, sofern der Rost nicht übermäßig zuschlägt.


Der Ami 8 ist im Grunde ein an der Front geglätteter Ami 6 mit einem geänderten Heck. Dort kann man jetzt zwischen Schrägheck und Break (Kombi) wählen. Der stärkste Motor des Ami 6 ist geblieben, später kommt der Vierzylinder des Citroën GS hinzu. Das ergibt mehr Ruhe und erheblich bessere Fahrleistungen.








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