Wasserboxer
| Kurbelgehäuse luftgekühlt |
Ja, den Begriff gibt es in der Kfz-Technik und jede(r), der/die nur einigermaßen damit bewandert ist, weiß sofort, was damit gemeint ist, nämlich ein Boxermotor, der von Luft- auf Flüssigkeitskühlung umgestellt
wurde.
Warum gibt es bei Umstellungen der anderen Motorbauarten nicht ähnliche Begriffe. Weil die in aller Regel entweder direkt oder schon relativ kurz nach ihrer Geburt diese Art der Kühlung hatten.
Woran das liegt, dass der Boxermotor so lange mit der Luftkühlung verknüpft war? Nicht ganz einfach zu beantworten, weil uns der Boxermotor hauptsächlich von VW und Porsche vor Augen geführt wurde.
| Zylinder - flüssigkeitsgekühlt |
Da werkelt er im Heck und dieser Ort ist ein Problem für die Flüssigkeitskühlung. Schauen Sie nur die Reihenmotoren in kleinen Fahrzeugen nach dem Krieg an. Kühler vorn mit langen Leitungen oder viel
Heckgewicht.
Nein, wir wollen jetzt nicht die Vor- und Nachteile der Luftkühlung herunterbeten, sondern ganz einfach nur umbauen. Kann doch nicht so schwer sein, den luftgekühlten Zylindern und deren Köpfen einen
Kühlmantel zu verschaffen.
Ist es aber doch, wenn man sich zunächst die Einzelteile und den Zusammenbau eines luftgekühlten Boxers anschaut. Da gibt es nämlich im Gegensatz zum Wasserboxer ein separates Gehäuse für die
Kurbelwelle.
Das besteht aus zwei Hälften, die mit zusätzlichem Dichtmittel miteinander verschraubt werden, wobei nur noch die Pleuel herausschauen. Darauf setzt man entweder die Kolben zunächst allein oder direkt mit
den Zylindern.
Völlig anders bei Flüssigkeitskühlung. Hier sind die beiden Gehäusehälten für die Kurbelwelle mit den Zylindern zusammengegossen. Aber auch hier kann man nur die Kurbelwelle mit den Pleueln
hineinschieben.
Die Methode beim Reihenmotor, nämlich Kolben mit Pleuel in die Zylinder schieben und dann mit der Kurbelwelle verschrauben, geht nicht, weil man da zumindest bei der Montage der anderen Seite nicht mehr
drankommt.
| Beim Wasserboxer von VW mit Nasslaufbuchsen reicht die Bohrung ganz links, um die beiden
Kolbenbolzen dieser Seite zu montieren. |
Auch die Kurbelwelle mit Pleueln und Kolben vormontieren ist unmöglich, weil beim Boxermotor nicht genug Platz vorhanden ist, die Kolben von unten in die Zylinder zu schieben.
Und das nicht nur bei einem Porsche-Sechszylinder, der eine siebenfach (!) gelagerte Kurbelwelle hat. Bei dem stellt sich jetzt ohnehin die Frage, wie man nun die mittleren Kolben mit den Pleueln verbinden
kann.
Es muss ohnehin in der unten nicht mehr doppelten Zylinderwand nachträglich verschließbare Öffnungen geben, durch die der Kolbenbolzen in den schon mit einer Sicherung verschlossenen Kolbenbohrung
geschoben und gesichert wird.
Bei den mittleren Kolben wird das zur Herausforderung, weil dazu auf einer Seite die äußeren Zylinder eine zusätzliche Bohrung haben müssen. Natürlich müssen auch hier wieder die mittleren Kolben zuerst
montiert werden.
Also durch die erste Öffnung am Gehäuse am Pleuel vorbei und durch die zusätzliche zunächst die Bohrung des Kolbenbolzens zusammen mit dem kleinen Pleuelauge treffen und auf dem Weg dahin nichts
verlieren.
Die Montage der Zylinderköpfe unterscheidet sich dann im Prinzip nicht von der bei den anderen Motorbauarten.

kfz-tech.de/YKu1
|