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Vor dem Weltkrieg



Wir haben schon auf den Überfall Mussolinis auf Äthiopien hingewiesen, aber die Konsequenzen noch nicht genügend beleuchtet. Dafür und besonders für den zweiten Angriff 1936 nach dem gescheiterten ersten wurden enorme Vorbereitungen getroffen.

Die Wirtschaft, besonders die zur Kriegsvorbereitung, ist weitgehend verstaatlicht. Fiat ist durch feine Gesten, wie z.B. der Schließung des Ford-Werks in Triest gefügig gemacht worden. Ein Konkurrent weniger. Fiat wird zum größten Unternehmen in Italien.

Unglaublich die Weite des Tätigkeitsbereichs von Fiat mit Stahl-, Flugzeug-, Schiffs- und U-Boot-Produktion. Man ist sogar am Straßenbau beteiligt. Kein Wunder, dass ein dermaßen Protegierter wie Giovanni I. sich gezwungen sieht, 1933 der faschistischen Partei beizutreten.

Statt zu den USA sucht man nach der Weltwirtschaftskrise nun andere Verbindungen. Der Krieg hat Italien den Argwohn der westlichen Welt eingebracht. Die antwortet mit Sanktionen, was natürlich Hitler als Chance sieht, Italien stärker an sich zu binden, besonders wirtschaftlich.

1939 kam es sogar zum sogenannten 'Stahlpakt', der Rom und Berlin dazu verpflichtete, einander im Kriegsfall zu unterstützen. Der Krieg steht nach dem Nichtangriffspakt von Deutschland mit Russland unmittelbar bevor. Italien ist noch nicht bereit, wird erst ab dem 10. Juni 1940 in den Krieg eingreifen.

So ist wieder die italienische Industrie gefordert, weil Mussolini statt Armeen Rohstoffe und Fertigprodukte anbietet. Fiat liefert ohnehin schon nach Deutschland. Insgesamt sind die Exporte dorthin von 18 auf 29 Prozent gestiegen. Es wird eine auch über den Krieg hinausgehende, wichtige Verbindung bleiben.

Hier müssen wir unterbrechen und zu einer zweiten wichtigen Person bei Fiat neben Giovanni I. kommen. Die Rede ist von Vittorio Valletta (Bild oben), 17 Jahre jünger als Giovanni I. Er kommt sozusagen aus dem Nichts und wird erst 1966 abtreten und den Konzern an Giovanni II. übergeben.

Valletta ist jemand, der sich vom Buchhalter durch Schule, Studium und Erfahrung mit der Leitung von Betrieben hochgearbeitet hat. Nach Gründung seiner Firma trat er 38-jährig in die Dienste von Fiat ein. Er war klein und ehrgeizig. Es war die Ochsentour durch Firmen unter Fiats Obhut.

Man besaß die schon erwähnte Kugellagerfabrik RIV und inzwischen längst die Tageszeitung La Stampa. Schon bald war klar, dass er mit seinem Talent für Administration, immerhin war seine erste Firma eine Unternehmensberatung, irgendwann die Leitung übernehmen sollte. Giovanni II. hatte zwar die vom Großvater ihm zugedachten Fähigkeiten, wurde aber noch als zu jung erachtet.

Giovanni I. und Valletta waren sich völlig einig in der autoritären Führung des Unternehmens. Beide zählten sich zu den Liberalen, weder Schwarz noch Rot. Daraus resultierte eine sehr pragmatische Haltung: Hauptsache es war gut für Fiat. Die Verbindung hat wohl auch ihren Ursprung in Vallettas unverhohlener Bewunderung für Agnellis Aufbauleistung.

Natürlich war die enorme Ausweitung der Produktion mit dem einen Hauptwerk in Lingotto (Turin) nicht zu schaffen. Es kommt also 1939 zum Neubau des Werks Mirafiori südlich vom Stadtzentrum über Lingotto hinaus, damals eine Mio. Quadratmeter groß. Es besteht aus zwei Teilen und einer kleinen Teststrecke.

Es arbeitet noch heute, während Lingotto zu einem Einkaufszentrum wurde. Da gibt es noch ein Designstudio, allerdings hat man die Produktion nach Jahren voller Kapazitäten, die Fiat z.B. 2000 zum fünfgrößten Automobilhersteller der Welt machten, sehr stark heruntergefahren. Stellantis ist mit einem chinesischen Hersteller in Verhandlungen, dort dessen Autos zu produzieren.


kfz-tech.de/YFi188







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