Durchblick

Vergrößerung: kfz-tech.de/PBe27 in Browser eintippen!
Die Scheinwerfer werden oft als die Augen des Autos bezeichnet. Wenn Sie das nicht für übertrieben halten, dann einen Vergleich eines besonders ansprechenden Innenlebens mit den besonders schönen
Augen eines Menschen. Sie können sich kaum auf das Gespräch konzentrieren, immer wieder müssen Sie diese Augen anschauen, zumal das ja, z.B. bei einer Frau, in keinster Weise unziemlich ist, oder?

Vergrößerung: kfz-tech.de/PBe28 in Browser eintippen!
Egal, wir beschäftigen uns hier mit der Produktion und eventuellen Reparatur eines solchen, z.T. sich zu einem Monstrum ausdehnenden Bauteils. Abschließende Bemerkung: Die Faszination der
Scheinwerfer hat sehr wohl Einfluss auf das Käuferverhalten. Daran hat die Erfindung der Klarsichtscheibe vor dem/den Reflektor/en bzw. Linsen großen Anteil. Beginnen wir also damit.
Während früher hier Glas zum Durchleuchten und Metall als Gehäuse dominierten, sind das heute sehr haltbare Kunststoffe, kreativ gestaltet mit einer Vielzahl von Formen. Die meisten entstehen im
Spritzgussverfahren. Der Ausgangsstoff ist meist Granulat, das durch Erwärmung eine zähe Masse ergibt, die in eine Form gedrückt wird. So entstehen sowohl das Gehäuse als auch die Abschlussscheibe.

Vergrößerung: kfz-tech.de/PBe29 in Browser eintippen!
Letztere gibt es mit oder ohne Streuoptik. Es kann auch beides kombiniert auf der Abschlussscheibe vorhanden sein. Als Material für die Durchsicht gilt Polycarbonat. Man hat das Gefühl, dass diese mit den
Jahren seit der zumindest teilweisen Abkehr vom Glas immer widerstandsfähiger wird, gegen Verkratzen, aber auch Reibpartikeln in der Luft z.B. bei schneller Autobahnfahrt.
Sicher hilft hier die Entwicklung besonderer Beschichtungen, z.T. sogar in Vorschriften genormt. Natürlich hat die Abkehr vom Glas außer mehr Gestaltungsfreiheit auch ein geringeres Gewicht erbracht. Wenn
die Abschlussscheibe aus der Spritzgussmaschine kommt, kann sie mit einem anti-statischen Tuch abgewischt und kurz vor der weiteren Montage auch noch mit Druckluft staubfrei gemacht werden.

Vergrößerung: kfz-tech.de/PBe30 in Browser eintippen!
Die Beschichtung hilft übrigens auch gegen die so häufig zu beobachtende Vergilbung, hauptsächlich hervorgerufen durch ultraviolette Strahlung. Nach der Beschichtung ist noch ein Durchlauf durch den
Trockenofen erforderlich. Das Gehäuse kann zugleich auch der Reflektor sein. Es ist aus Fiberglas. Zum Reflektor wird es durch einen Primer-Auftrag und das Aufdampfen von Aluminium.
Ganz oben im Bild haben wir so einen Fall. Diese Abschlussscheiben wird wohl kaum noch ein Lichtstrahl durchdringen. Grundsätzlich bieten sich, wie immer, zwei Lösungen für das Problem an, Austausch oder
Reparatur. Angesichts der Preise ist letztere sehr beliebt. Aber eines muss klar sein, so durchsichtig wie diese hier im Neuzustand werden sie auch bei der gelungensten Reparatur nicht.

Vergrößerung: kfz-tech.de/PBe31 in Browser eintippen!
Immerhin, wird diese einigermaßen vernünftig durchgeführt, dann ist der Segen der nächsten Hauptuntersuchung kein Problem. Bevor Sie beginnen, sollten Sie sich mehr über die Umgebung als um die Scheinwerfer
selbst Sorgen machen. Denn es wird eine Behandlung mit Schleifpapier (<1/1000 mm) oder entsprechender Polierpaste nötig sein und davon sollte der Lack möglichst verschont werden.
Da ist das Abkleben nur die halbe Lösung, es sei denn, Sie machen alles ganz sorgfältig von Hand. Benutzen Sie aber eine Maschine, dann sind Sie schnell mal ein wenig abgedriftet. Deshalb hier unser Rat, die
Scheinwerfer auszubauen, auch wenn Sie dazu in vielen Fällen eine Anleitung brauchen. Denn auch so ein Ausbau ist heutzutage nicht immer leicht und kann dem Plexiglas der Deckfläche sogar üble Kratzer zufügen,
Abbruch von Plastikteilen inbegriffen.

Vergrößerung: kfz-tech.de/PBe32 in Browser eintippen!
Somit müsste der Ablauf der Reparatur feststehen. Fehlen nur noch das Wiederaufbringen der Beschichtung am Ende und die Lichteinstellung nach Einbau. Abzuraten ist von einer weiteren Zerlegung. Höchstens wenn
es die Deckgläser einzeln gibt. Ohnehin erfordert die Demontage viel Fingerspitzengefühl und einen Backofen mit sagen wir 80°C.
Sie probieren immer wieder, ob sich der Scheinwerfer an den Klebestellen öffnen lässt, ohne dass etwas abbricht (= Gau). Und wenn das noch nicht geht, wieder in den Backofen. Fast noch problematischer ist es, ihn
wieder dicht zu kriegen. Manche Leute lassen den Kleber (Primer) dran und wenden die Methode des Erhitzens auch beim Zusammenbau an.

Vergrößerung: kfz-tech.de/PBe33 in Browser eintippen!
| Ältere Scheinwerfer gibt es auch noch mit Klemmen statt Kleber. |
Sie merken schon, so richtig professionell hört sich das nicht an. Eigentlich gibt es auch gar keinen Grund für diese Maßnahmen. Es sei denn, die Abschlussscheibe wäre von innen betroffen oder der Reflektor hätte an
einer Stelle z.B. durch den Defekt einer Lampe zu viel Hitze abbekommen. Aber kriegen sie denn auch das nach dem Öffnen vernünftig repariert?
Bei Einbau von Neuteilen müssen Sie 'nur' das hintere Gehäuse vom Kleber befreien. Aber wie gut sind sie im Verteilen des neuen? Oder quillt der beim Zusammensetzen bis in den von außen sichtbaren Bereich
hinein und versaut ihnen das Bild einer erfolgreichen Reparatur? Sie merken schon, wir würden einen geklebten Scheinwerfer nicht öffnen.

kfz-tech.de/YBe23
Ganz anders liegt der Fall bei einem Oldtimer. Für alle, die das Video nicht sehen (können), hier eine kurze Beschreibung. Darin hat der Besitzer eines Cadillac von 1935 das Problem, keine Schwerfergläser zu
bekommen. Immerhin kann er sich eins leihen und nun geht es darum, von diesem einen Abdruck in Plexiglas herzustellen.
Zunächst mischt er zwei Komponenten zusammen, die später für die äußere Formgebung sorgen werden. In einer Vakuumkammer werden dem Silikon alle Lufteinschlüsse ausgetrieben. Dann kommt das Original in ein
möglichst passendes Gefäß und wird umgossen, bis es nicht mehr zu sehen ist. Von der anderen Seite wird nach Trocknung und Aufbringung von einem Trenner ebenfalls umgossen.
Ist auch an dieser Seite das Silikon getrocknet, entfernt man das umgebende Gefäß und öffnet die Form vorsichtig an der Trennlinie, um das Original zu befreien. Auch der Kunststoff, der an seine Stelle treten soll, muss
entsprechend angemischt werden. Dabei sind wieder Ruhe- und Verarbeitungszeiten zu beachten. Hier ist es fast noch wichtiger, keine Lufteinschlüsse zu haben.
Das Ergebnis kann sich jedenfalls sehen lassen. Gut möglich, dass man ohne anzufassen gar nicht bemerkt, dass diese Schweinwerfer-Abdeckungen nicht aus Glas sind, egal ob Streuscheiben oder nicht. Bevor man
sich jedoch in die Arbeit bzw. Unkosten stürzt, sollte man die ganze Sache mit dem zuständigen TÜV abklären. Neuere Scheinwerfer haben alle eine E-Nummer, was eine Zulassung deutlich erschweren dürfte.
Wer jetzt immer noch nicht genug hat vom Selbstbau mit all seinen Risiken, der kann sogar farbige Abdeckungen wie z.B. für Blinker herstellen. Im Video unten wird das erklärt, zusammen mit Vakuumieren sogar noch
etwas genauer als in dem Video oben. Unsere HInweise auf TÜV-Befragung und Prüfnummer bleiben auch hierfür gültig.
| Deutsche Untertitel möglich . . . |

kfz-tech.de/YBe22
|