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Geschichte - Verbrennungsmotor 6



Bleiben wir noch einen Moment bei den Nutzfahrzeugen. Zum Teil sind sie auf dem Weg zurück zur Dampfmaschine, wegen der Kraftstoffkosten und auch, weil die Leistung der Dieselmotoren mit bis zu 110 kW (150 PS) erst gegen Ende der Dreißiger überzeugen kann, dann allerdings in riesigen Motorräumen mit überlangen Reihen-Achtzylindern. Dabei hat der Dieselmotor eine enorme Entwicklung vom tonnenschweren Stationär- und Schiffsantrieb über die Lokomotive hin zum Lkw- und ab 1936 sogar zum Pkw-Antrieb genommen, letzerer allerdings zunächst fast nur von Taxifahrern wegen der Wirtschaftlichkeit akzeptiert.

Die für Fahrzeuge nicht zweckmäßige Einblasung von Kraftstoff mit Hilfe der Luft ist längst einer Einspritzpumpe gewichen. Bosch beschafft sich die Patente und verbessert sie entscheidend. Hier sind auch für begabte Hersteller Passungen nötig, deren Erreichung noch für längere Zeit geheim bleibt. Es ist der zweite große Schub, den diese Firma der Motoren- und damit der Fahrzeugentwicklung verleiht. Gerade deswegen muss man fragen, warum sich dieser doch wesentlich wirtschaftlichere Motor so zögern durchsetzt, auch in viel gefahrenen amerikanischen Personwagen, Vans und sogar Geländewagen noch heute auf seine vollständige Akzeptanz wartet.

Statt zum Diesel geht der Trend ab Mitte des Zweiten Weltkriegs aus Mangel an Treibstoff zumindest für zivile Einsätze hin zum Holzgasgenerator. Für dieses Gerät sollte man sich jeglicher nostalgischer Neigungen enthalten, produziert er doch neben bis zur Unkenntlichkeit ausgebauter Fahrzeuge nur einen Bruchteil der Leistung und einen mindestens wöchentlichen, umfangreichen Reinigungsritus. Immer reicht ein Waldstück als Tankstelle, wenn auch mit längeren Anheizzeiten.

Die Militärverwaltung betreibt Gleichschaltung. Eine Art Referenzwagen wird für jede Fahrzeugklasse gebildet und wird dann u.U. von mehreren Herstellern gefertigt, immerhin gut bezahlt. So stellt Mercedes widerwillig Opel Blitz her, legt mit Abwandlungen dieses Fahrzeugs nach dem Krieg eine der Grundlagen für seine Nutzfahrzeugsparte. Typisch für den vor dem Krieg überaus beliebten Blitz ist übrigens der Benzinmotor des Opel Kapitän. Erst Mercedes entwickelt den entsprechenden Dieselmotor.

Eine wichtige Errungenschaft aus dem Flugzeugbau hätten wir jetzt beinahe vergessen, die Benzineinspritzung. Sie entsteht wegen der Probleme mit dem Höhenvergaser und spielt im Fahrzeugbau lange Zeit keine große Rolle. Auch die berühmten Kompressor-Motoren der dreißiger Jahre arbeiten mit Vergasertechnik. Als Direkteinspritzung stellt diese Technik zwar höhere Anforderungen an die Druckerzeugung, ist aber z.B. für Zweitakter interessant, weil sie Spülverluste minimiert.

Dort bei Gutbrod kommt sie auch 1951 heraus, wechselt aber mit dem zuständigen Ingenieur zu Mercedes und wird im 300 SL berühmt, obwohl man sich in allen anderen Fahrzeugen der Marke mit indirekter Einspritzung begnügt. Erst spät in den Neunzigern wird sie zunächst von Mitsubishi und dann flächendeckend wieder aufgegriffen. Ansonsten werden in der Nachkriegszeit zunächst die Motorkonzepte von vor dem Krieg wieder hervorgeholt.








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