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Verbrennungsmotor ade? (1)



Nein, wir hängen nicht dem E-Antrieb bedingungslos an. Dazu ist unsere gemeinsame Geschichte mit dem Verbrennungsmotor viel zu lang. Einmal genau nachgerechnet, sind das schon 57 Jahre. Da schmeißt man so etwas nicht ohne gute Gründe weg.

Was hat der sich in dieser Zeit prächtig entwickelt. Von einem Wickelkind mit hohem Wartungsaufwand und in der Regel bescheidenen Leistungen zu einem High-Tech-Produkt. Unser letzter Golf war immerhin 190 km/h schnell, als Diesel, mit nur 1,6 Liter Hubraum.

Aerodynamisch, sogar leise und dann trotz relativ schneller Autobahnfahrt nur um die 5 Liter auf 100 km verbrauchend. Genug Platz für vier, eventuell sogar für fünf Personen. Wem das nicht reichte, der konnte zum Passat greifen. Für mehr Gepäckraum tat es sogar ein Golf Variant.

Was wollte man mehr? Warum sollte oder soll der weg? Ja, er kam einem ein wenig empfindlicher vor als die vorherigen Golfs. So ein wenig eine Diva, der Erfolg über den Kopf gestiegen. Aber natürlich ist das Unsinn. Man hätte halt einfach nur die Zügel bei der Qualitätskontrolle anziehen müssen.

Aber gänzlich aufgeben? Das scheint doch auf den ersten Blick übertrieben. Gut, dann als Hybrid, inzwischen mit mehr als 100 km elektrischer Reichweite. Lohnt sich als Diesel nicht. Mercedes hat das diesbezügliche Angebot nicht wesentlich ausgebaut.

Also hauptsächlich elektrisch fahren und mindestens 150 kg Mehrgewicht mit sich herumschleppen, ist das sinnvoll? Nur, um im Urlaub Benzin tanken zu dürfen und etwas schneller da zu sein. Aber warum scheint denn das alles so unabänderlich?

Ist es ja nicht. Die Liebhaber/innen von Oldtimern werden diese nicht alle auf Strom umstellen und dadurch wertlos machen, sondern leisten sich von Zeit zu Zeit teuren E-Fuel für ihre Treffen und Ausfahrten. Dort werden sie sich dann über die guten alten Zeiten austauschen.

Aber 1,25 Milliarden Verbrenner weltweit einfach austauschen? Dazu ist zu sagen, dass dies aus Fertigungs- und Kostengründen ohnehin nicht so schnell zu bewältigen sein wird. Aber genau deswegen müssen wir schon einmal so rasch wie möglich wenigstens beginnen.

Aber wer zwingt uns denn dazu, außer ein paar fanatischen Politikern/innen? Ganz einfach die Natur der Sache. Schauen Sie sich die Dampflok unten im Video an. Die war am Ende auch relativ perfekt für ihre Gattung. Sogar den Heizer hatte man durch Befeuerung mit Öl im Prinzip ersetzt.

Und trotzdem musste sie verschwinden. Heute erscheint sie uns anachronistisch, als Technik von vorgestern mit ihrem wilden Gebaren, dem enormen Ausstoß von nicht nur reinem Wasserdampf, ihrem Lärm und Gasstößen sogar beim Abbremsen.

Das hat der Verbrennungsmotor auch lange Zeit gemacht. Alle Bremsenergie in die Maschine, statt sie zu speichern. Blieb nur clever zu fahren und durch Segeln (Gang raus) die Energie wenigstens teilweise zu nutzen. Oder dieses ewige Starten, wenn man etwas von ihm wollte.

Freilich hat es am Ende auch schon elektrische betriebene Klimaanlagen gegeben, wodurch man im Stau nicht den Motor starten musste, wenn es zu heiß wurde. Aber wurde es zu kalt, dann half gewiss nur der Motorlauf. Alle die Motoren hinter uns heute, die auf den Ampelstart warten.

Gewiss, es gibt eine Start-Stopp-Automatik, aber ist die bei den Autofahrern/innen jemals flächendeckend angekommen? Eher als Ärgernis wegen teurer und nicht lange haltender Batterien und Anlasser. Der Leerlauf des Verbrennungsmotors ist eigentlich Technik von gestern.

Dann das schlechte Gefühl, mit dem Auto im Winter nur zwei Straßen weiter zu fahren. Gift für den Motor. Und alle Erfindungen, den Benziner umweltfreundlicher zu machen, greifen in dem Moment nicht. Und auf der Rückfahrt ebenfalls nicht, wenn sie denn nur kurz genug ist.

Aber eine Waschmaschine fragt man auch nicht, ob es ihr gerade genehm ist, sie in Betrieb zu setzen. Man hat auch kein schlechtes Gewissen, selbst wenn sie draußen in der Garage stünde. Der Wechsel von Öl und Filter, wird Zeit, dass das aufhört.








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