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 Zylinderblock



Was ist eigentlich eine Backplate? Vor kommt sie nur beim Reihen- und eventuell beim V-Motor, bleiben wir aber bei ersterem. So ein Zylinderblock, wie der Name schon sagt, bildet in seinem oberen und mittleren Bereich Zylinder aus. Die wären dann fest mit dem Block vergossen. Natürlich sind da immer noch Kühlkanäle, bisweilen auch mit größerem als nur runden Querschnitt.

Womit wir schon recht schnell bei Zylndern mit 'Open Deck' wären, entweder nur unten mit dem Zylinderblock verbunden oder als Einzelzylinder eingeschrumpft. Jedenfalls gibt es oben in der Regel keinen Steg oder sonst etwas als Verbindung zum Nachbarzylinder, also rundherum genügend Möglichkeiten des Kühlmittels, die Wärme abzuführen.

Solche Einzelzylinder, im Folgenden Buchsen genannt, gibt es aber neben einer nassen auch als trockene Version. Die werden einfach in eine dafür vorgesehene Bohrung eingeschrumpft, die aber selbst schon gegen Kühlmittel abgedichtet ist. Da hat es die Kühlung natürlich schwerer, an die Wärmeherde heranzukommen. Beim Lkw hat man das wegen der günstigeren Möglichkeit zur Reparatur gemacht.

Seitdem es dort inzwischen sehr stark zurückgegangen ist, taucht es beim Tuning wieder auf. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Da wird z.B. der Zylinderblock aus Aluminium durch Einzug von Stahlbuchsen verstärkt. Wegen neuer, speziell an die höhere Leistung angepasster Kolben, ist man freier in der Wahl des Kolbendurchmessers. Auch das Kolbenspiel kann auf Hundertstel Millimeter genau angepasst werden.


Ein Zehntel oder sogar mehr scheint nicht mehr üblich. Trotzdem erhält der Schmiedekolben vielleicht etwas mehr Spiel als der Gegossene. Zur Erzeugung des Spiels lesen Sie mehr in den Kapiteln über das Honen. Man kann im Grunde beliebige Buchsen einsetzen und sogar dafür den Zylinderblock entsprechend vorbereiten. Auch eine für Tuning zu knappe Stegbreite wird durch Buchsen verstärkt.

Im schlimmsten Fall verschenkt man sogar ein wenig Hubraum durch eine kleinere Bohrung und holt das anschließend durch höheren Ladedruck mehr als wieder rein. Der kann übrigens Probleme machen, die überall durchscheinen. Da wird eine umlaufende Nut oben in die Laufbuchse gefräst, im Durchmesser etwas größer als die Bohrung. Da hinein kommt ein Kupferdraht, der ein wenig übersteht und näher und stärker zum Brennraum hin abdichtet.


Es bleibt auch keineswegs bei Open- oder Close-Deck. Beides kann durch die Gestaltung der Buchsen nach oben hin getauscht werden. Entsprechend finden die neuen Buchsen nach oben oder nach unten hin ihren Halt. Durch Selbstgestaltung der Buchsen ist sogar der vermurkste Sitz einer Buchse reparierbar. Also ähnlich wie beim Ausfräsen von Zylindern statt Kolben in diesem Fall Laufbuchsen mit Übergröße in einen entsprechend vorbereiteten Zylinderblock.

Und so wie oben, kann der Zylinderblock aus Aluminium auch unten stabilisiert werden. Bei den früheren Graugussblöcken genügten dort Stege, die einzelne Lagerschalen für die Hauptlager aufnahmen. Kurbelwelle rein, Deckel drauf, fertig. Bei heutigen Alu-Blöcken sind diese Lagerdeckel zu einer stabilisierenden Backplate verbunden.


Unten sehen Sie so eine besonders stark stabilisierende Verbindung der einzelnen Lagerdeckel. Das gesamte Teil kann auch noch mit Hülsen um die einzelnen Befestigungsschrauben genauer justiert sein. Bei besonders hoher Beanspruchung sind auch noch Verstärkungen für die Lagersitze aus Stahl möglich.


Das sind alles Maßnahmen, die verhindern sollen, dass der Zylinderblock sich während der Belastungsspitzen verzieht. Bei Boxermotoren wie z.B. denen von Porsche können je nach Tuningmaßnahme sogar noch nachträglich Hülsen zwischen den beiden Gehäusehälften eingelassen sein, einseitig sogar mit einer Art Schrumpfsitz.







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