Rekorde

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Kommen wir zu etwas Erfreulicherem. Schon gegen Ende des Ersten Weltkrieges hat BMW einen Flugmotor (Bild oben) entwickelt, der große Höhen erreichen kann. Er lässt die Flugzeuge deutlich mehr und schneller
steigen als alle anderen und verschafft Piloten für den Luftkampf blendende Aussichten. Nein, er hat noch keine Benzineinspritzung, sondern einen sogenannten Höhenvergaser. Der ist, anders als seine
Artgenossen, auf stark unterschiedliche Luftdichte bedingt einstellbar.
| Zweiflügeliges Roots-Gebläse . . . |

Man kann sich vorstellen, dass das Interesse an solchen und möglicherweise noch leistungsfähigeren Flugzeugmotoren enorm ist. Was liegt da näher, als ihm eine Art zweiten Motor mitzugeben, die Leistung
z.T. fast verdoppelnd aber nicht sein Gewicht. Gemeint ist der Kompressor, den es hauptsächlich als Roots-Gebläse und als Turbo-Verdichter auch für Kraftfahrzeugmotoren gibt.
Trotz der schlechten Zeiten im und nach dem Ersten Weltkrieg und der größten Wirtschaftskrise des Jahrhunderts 1929/30 gibt es bis zum Zweiten Weltkrieg 60 Firmen in Europa und USA, die Fahrzeuge mit
mehr als 6 Zylindern herstellen. Ein wenig zeigt sich auch in dieser Aufstellung die nötige Konzentration auf dem Automarkt.
Vor allem scheinen Zulieferer nötig, die Produktion von Fahrzeugen anzukurbeln. Mitte der zwanziger Jahre werden in Deutschland die Zollschranken aufgehoben. Die Autoindustrie kommt unter den Druck des
Auslands. Mit den aus USA importierten Fahrzeugen kann man bei der Konstruktion, der Ausführung und dem Preis kaum mithalten.
Opel kriecht noch gerade rechtzeitig unter das Dach von General Motors, Daimler und Benz fusionieren, aus DKW, Audi, Horch und Wanderer entsteht durch Druck der sächsischen Staatsbank, der die Auto
Union, die damit faktisch zum Staatsbetrieb wird. In Europa und speziell Deutschland geht es sehr mühsam voran. Der Autoindustrie scheint die Machtergreifung der Nationalsozialisten gerade zur rechten Zeit
zu kommen.
Durch Abschaffung der Kfz-Steuer und die enorme Subventionierung des Renngeschehens wird die Autoindustrie angekurbelt. Mercedes z.B. verdoppelt seine Produktion, Auto Union versechsfacht seine
Mitarbeiterzahl. Ford benutzt auffallend viele deutsche Namen für seine Modelle. Ist das schon der Beginn der Massenmotorisierung, die in USA längst im Gange ist?

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Motortechnisch ist das allerdings eine interessante Zeit. Nicht nur die Mittelmotor-Lage z.B. des Motors im Auto Union Typ C ist revolutionär, auch die Zylinderzahl 16 ist es. Mercedes hält mit durchaus
konkurrenzfähigen 8 Zylindern vorn gegen. Die Leistungen gehen durch Spezialsprit und steigende Kompressor-Aufladung durch die Decke, wie Geschwindigkeitsrekorde bis deutlich über 400 km/h beweisen.
Aber die Fahrzeuge werden deutlich mehr im Alltag benutzt. Sie durchfahren z.T. sogar den Winter, was spezielle Anforderungen an Motoröl und Kühlmittel stellt. Letztere erhalten Zusätze und Lätzchen vor dem
Kühler.
Bis weit in die zweite Hälfte des Jahrhunderts wird man sich an regelmäßige Ölwechsel im Frühjahr und im Herbst gewöhnen müssen. Noch immer spielt übrigens der Dieselmotor auch beim Lkw keine
besondere Rolle. Es wird für Fahrzeuge mit dem Treibstoff sogar im und nach dem Zweiten Weltkrieg noch ärger werden, weil man aus Treibstoffknappheit auf schwere Holzgasgeneratoren (Bild unten) umsteigen muss.

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