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 F7 F9




 Ohne Probefahrt



Viel geschraubt damals, obwohl oder gerade, weil man das Fach studierte, um dann Lehrer zu werden. Seltsamerweise passiert dabei oft etwas. Jedoch was mir passiert ist, hat mit dem Schrauben eher weniger zu tun.

Ob diese Blödheit aber nur mir passiert ist, oder vielleicht noch anderen? Als eine Art Entschuldigung taugt diese Frage wiederum nicht. Ein enger Freund sucht einen VW Bulli, um mit seiner Freundin in die Türkei zu fahren.

So weit so gut, aber wie üblich damals, die Kasse ist knapp. Er kennt herzlich wenig von Autos, dafür hat er ja mich. Und ich rate trotz wenig Geld unbedingt zu einem T2. Ich fand und finde den Wagen auch heute noch einfach mega.

Nein, keine Zeit für eine Lobhudelei, nur so viel: Wenn Sie die Wahl haben und kein Altertumsforscher sind, einfach den dem T1 vorziehen, denn die beiden trennen Welten. Aber was tun bei einem so geringen Budget. Bitte nicht zu viel Schweißarbeiten.

Und dann taucht ein ganz passabler mit einem veritablen Motorschaden auf. Als wir den nachher ausgebaut hatten und schüttelten, konnte man in seinem Innern jede Menge lose Teile hören. Klar, wir haben ihn gekauft, weil es da noch einen Käfermotor als möglichen Ersatz gab.

Dass der nur 1.300 cm3 hatte und es diesen Hubraum im T2 gar nicht gab, egal, man kommt auch mit 1.300 cm3 bis in die Türkei. Für einen, der Geographie studiert, ist der Weg das Ziel. Aber einer, der Kfz-Technik studiert, sollte nicht glauben, dass bei VW alles tauschbar ist.

Genau da lag der Haken. Hätten wir einen T1 genommen, wäre der Motor nur und ausschließlich an der Getriebeglocke befestigt gewesen. Beim T2 hingegen gab es hinten kurz vor dem Auspuff so eine hässliche Querstange. Und wo ist die befestigt? An drei zusätzlichen Gewinden am Motorblock.

Ja, wir haben noch einen Motor, aber es dämmerte uns, dass wir, oder besser gesagt ich, diesen einschließlich Kurbelwelle und Ölpumpe restlos leerräumen und hoffen mussten, dass bei dem anderen Motor wenigstens noch das Gehäuse brauchbar war.

Also, drei Nachmittage in einer Scheune auf dem Bauernhof der Vermieter der Freundin: Auspuffanlage samt Heizbirnen, Gebläse mit Generator und Zündkabel, Vergaser mit Hirschgeweih und Zündverteiler samt Benzinpumpe ab. Sollte ich etwas vergessen haben, sorry, ist lange her.

Dann kommen die Kipphebelwellen dran, am besten die Reihenfolge der Stößelstangen beibehalten. Hat man die Muttern an den Zylinderköpfen gelöst, wird es interessant. Denn nur die sollte man einfach so abnehmen, nicht jedoch einfach so an den Zylindern ziehen.

In unserem Fall reicht es, die Kolbenbolzen freizulegen und auch nicht vollständig herauszuklopfen. Danach liegt der Motorblock mit heraushängenden Pleueln frei. Seine beiden Hälften geben dann Kurbel- und Nockenwelle frei.

Und siehe da, bei dem anderen Motor hatte es Kleinholz in einen oder mehreren Zylindern gegeben, aber der Motorblock war intakt geblieben. Also alles mit Dichtungssatz und -mittel wieder andersherum zusammengesetzt. Ehrlich gesagt, ich habe mich über mich selbst gewundert.

Allerdings fast noch mehr über Freund und Freundin, denn, als ich am nächsten Tag zur Probefahrt angefahren kam, waren die beiden samt Bulli verschwunden. Meine Frau erinnert sich noch, wie gut gelaunt die beiden zurückkamen, Schien alles geklappt zu haben, auch ohne Probefahrt.








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