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Fahrschule 1

| Immer noch ein Vorbild für Effizienz: 3-Liter-Auto Audi A2 |
Wenn Sie also mit einem normalen Benziner ohne Direkteinspritzung durch die Gegend fahren, sind über 70 Prozent der Energie schon weg, bevor die Leistung im Getriebe ankommt. Auf dem Weg zu den
Antriebsrädern addieren sich die Verluste für Getriebe, Achsantrieb, Radlager, Lüftung der Räder. Das sind bei einem Schaltgetriebe schon ca. 2 Prozent Verlust, bei einer Wandlerautomatik deutlich mehr.
Betrachtet man den Roll- und den Luftwiderstand, dann sind beide beim normalen Pkw bei etwa 50 km/h noch etwa gleich groß. Danach schnellt der Luftwiderstand mit dem Quadrat der Geschwindigkeit davon.
D.h. wir brauchen die Motorleistung z.B. auf der Autobahn hauptsächlich, um den Luftwiderstand zu überwinden. Hätten Sie gedacht, dass nur etwa 4 kW nötig sind, einen modernen Pkw mit 50 km/h auf ebener
Strecke zu bewegen.
Übrigens werden wir später trotz oder wegen unserer Verschwendung nie wieder so konzentriert Energie mit uns führen wie zurzeit. Greifen wir noch einmal den schon erwähnten Heizwert des Dieselkraftstoffs
mit 42.800 kJ/kg auf. Das wären bei den ebenfalls schon genannten 0,83 kg/dm³ 35.524 kJ pro Liter, geteilt durch 3,6 etwa 10.000 Wh oder 10 kWh. Nur zum Vergleich, ein BMW i3 verfügt bei
vollgeladenen Batterien über 42,2 kWh, vermutlich ein Bruttowert.
Das Gewicht der Batterien wird mit 230 kg angegeben. Der Energiegehalt entspricht weniger als vier Liter Dieselkraftstoff. Jetzt dürfen Sie einmal schätzen, was ein Tank mit knapp 4 Liter Kraftstoff wiegen
würde. Ganz zu schweigen von dem Aufenthalt an der 'Tankstelle', der beim BMW bis zu 8 Stunden (Haushaltanschluss) dauern kann. Sie ahnen schon, warum sich zurzeit viele Kunden intensiv über ein
Elektroauto informieren, aber einen Diesel kaufen.
Nein, so negativ dürfen wir das Elektroauto nicht verlassen. Denn wenn es um die Verwertung der mühsam getankten Energie geht, ist es nicht zu toppen, jedenfalls nicht vom Verbrennungsmotor. Nehmen wir
ausnahmsweise die von BMW angegebene Reichweite von 260 km im nicht zu heißen Sommer. Dann realisiert dieser Wagen einen Verbrauch von sage und schreibe 1,5 Liter pro 100 km.
Jetzt werden Sie vielleicht einwenden, ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor von VW habe das auch schon geschafft. Stimmt und stimmt auch wieder nicht. Denn der entscheidende Unterschied ist, es war ein
superteurer Prototyp. Besonders wichtig ist seine Einspurigkeit, die den Luftwiderstand und eine zusätzliche Batterie entscheidend verringern hilft. Ein schwächlicher Dieselmotor trieb ihn an, mit dem
spurtstarken BMW-Motor überhaupt nicht zu vergleichen.
Ja, es gibt verbesserte Nachfolger und doch tut sich der Verbrennungsmotor schwer, den elektrischen Kollegen zu erreichen. Es gibt allerdings eine Weltmeisterschaft, in der Gefährte mit Fahrradreifen,
zwischen denen man liegt, versuchen, möglichst weit mit einem Liter Kraftstoff zu kommen. Die fahren Zyklen, beschleunigen sanft und lassen dann rollen. Der Rekord liegt umgerechnet bei über 3.000
Kilometern.
Was sagt uns das? Es hält uns unsere Verschwendung fossiler Treibstoffe vor Augen und weist auf den wichtigen Faktor Luftwiderstand hin. Außerdem weist es das Segeln als die geeignetere Form des
Energiesparens aus, noch vor der Rekuperation. Sehr viel tun Sie aber schon für die Umwelt und Ihr Portemonnaie, wenn Sie auf der Autobahn den Fuß ein wenig vom Gas nehmen.
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