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911 - Teil 3
911 B-6, 2.687 cm3, 90,0 * 70,4 mm, 8,0/8,0/8,5 : 1, K-Jetronic/Einspritzpumpe, Trockensumpf 11/13 Liter, HKZ, 235/235/255 Nm 3800/4000/5100/min, 110/129/154 kW (150/175/210 PS)
5700/5800/6300/min, Heckmotor, Hinterradantrieb, Sperrdifferenzial (optional), Manuell-Fünfgang, McPherson,
Schräglenker, Drehstabfedern, Zahnstange, Sicherheitslenksäule, Scheiben, Zweikreis, Feststellbremse Trommeln in
hinteren Scheiben, selbsttragende Karosserie, 4,29/2.27/1,61/1,32 m, 165 HR 15 (5,5")/185/70 VR 15 (6"),215/60 HR 15 (7"), 80 Liter, 1075/1440 kg, 210/225/240 km/h, ab 1974.
Sie müssen auf die Stoßstangen achten, genauer gesagt auf deren Enden. Unglaublich, wie die Fa. Porsche es als einzige geschafft hat, dem Design-Tod zu entgehen. Unten sehen Sie, wie es die US-Gesetze geschafft
haben, Import-Produkte so zu verhässlichen, dass sie möglichst niemand mehr kaufen wollte. US-Fahrzeuge waren größer und konnten solche Sicherheitsstoßstangen besser verkraften.
Die Regelungen besagten, dass bis zu einem Aufprall mit 5 m/h (8 km/h) keine Karosserieschäden entstehen sollten. Porsche hat sich, wie schon im Vergleich zu sehen ist, am besten aus der Affäre gezogen. Die 911er
hatten von nun an stabile Leichtmetall-Stoßfänger mit zwar immer je einem Faltenbalg an der Seite, die aber nur für den US-Markt auch entsprechend nachgiebig aufgehängt waren.
Im Prinzip wurde diese Änderung 16 Jahre lang beibehalten. Wesentlich kurzlebiger war die Umstellung auf niedrigere Oktanzahlen. In Deutschland lief damit ein Porsche auf Normalbenzin (ROZ 91). Auslöser dieser dem
Verbrauch nicht gerade zuträglichen Maßnahme war die Reduzierung des schädlichen Bleigehalts (genauer Bleitetraäthyl) von 0,5 auf 0,15 g/Liter, was seit langem für immer bessere Klopffestigkeit gesorgt hatte.
Heutzutage hat man weniger giftige Ersatzstoffe gefunden. Normalbenzin gibt es nicht mehr, allerdings in USA immer noch wesentlich niederoktanigeren Kraftstoff. Aber die Motoren sind intelligenter gesteuert, stellen sich
auf solche Unpässlichkeiten ein, nicht ohne dabei allerdings auch weniger zu leisten und mehr zu verbrauchen. Unterschiede in den länderspezifischen Versionen haben sich wegen unterschiedlicher Abgasnormen
trotzdem gehalten.
Und noch eine Besonderheit: Die Porsche 911 mit den oben erwähnten Stoßstangen werden allgemein der G-Serie zugeordnet, obwohl ein einzelner Buchstabe bei den Modellbezeichnungen nur für ein Jahr gilt. Also hat
man munter weitergezählt, bis man 1980 bei 'M' ankam und sah, das würde wohl nicht lange reichen. Wenn Sie also hören, das G-Modell reiche bis einschließlich 'K', dann bedenken Sie, man hat 1980 wieder bei 'A'
angefangen und 'i' jeweils übersprungen.
Bisher hatten die Motoren von 911 T, E und S nur 2,4 Liter Hubraum, genauer 2.341 cm3. Jetzt erhalten alle die 2,7 Liter (2.687 cm3) des RS-Modells. Das Verdichtungsverhältnis wurde übrigens
nicht mit der Umstellung auf die geringere Oktanzahl geändert, sondern schon vorher bei der Hubraumerhöhung von 2,2 auf 2,4 Liter mit Modelljahr 1972.
911 T und E fallen weg und werden durch ein Modell mit nur der Bezeichnung 911 mit 110 kW (150 PS) ersetzt, der 911 S hat allerdings mit 129 kW (175 PS) jetzt 11 kW (15 PS) weniger Leistung. Respektabstand zum RS
mit weiterhin 154 kW/210 PS). Der behält auch die mechanische Einspritzpumpe, während die beiden anderen auf K-Jetronik umgestellt werden.
Wohl wegen des höheren Verbrauchs erhalten alle Modelle jetzt den 80L-Tank. Den konnte auch der ein Jahr später erscheinende 911 Turbo gut gebrauchen. Der entsprechende BMW war etwas zu früh gestartet, hatte
sich
mit seinem aggressiven Design viel Kritik eingehandelt und hat allerdings als Limousine dem Porsche den Titel als erster serienmäßiger Sportwagen auch so nicht streitig machen können.
Wie vorsichtig man bei Porsche agiert, zeigt die mit 37 kW (50 PS) relativ bescheidene Leistungserhöhung auf 191 kW (260 PS), denn immerhin hat der Turbo zusätzlich als erster die Hubraumerhöhung auf 3 Liter.
Fahrwerksmäßig baut er auf der nicht zum Einsatz gekommenen Rennversion des Carrera RS 3.0 auf. Ab jetzt hat die 911er-Reihe ein Spitzenprodukt, was zusätzlich die Breite des Fahrwerks besonders hinten (+123
bzw. +
165 mm) betrifft. Preis: Carrera + 21.500 DM.
Der Turbo kommt vorn jetzt mit einer Nummer schmäleren Reifen (205/60 VR 15) wie der Carrera hinten und einer Nummer breiter (225/50 VR 15) als dieser hinten. D.h. nicht die breiteren Reifen, sondern die größere
Spurweite (+31 bzw. +57 mm) ergibt die Zunahme der Breite. Der erste Frontspoiler wurde zwar schon im Modelljahr 1972 eingeführt, aber für den Turbo geriet er doch ein wenig mächtiger.
Schon ab Modelljahr 1973 gab es im Carrera RS einen Heckspoiler (Bild oben, Video unten), aber den konnte man eher 'Bürzel' nennen, so ungeschickt war er angelegt. Jetzt avanciert er zu einem inklusive Luftschlitzen
mächtigen Instrument, das fast bis zum Abschluss der Stoßstange reicht. Er stellt in Deutschland ein Novum mit Einzelabnahme dar, obwohl man bei Porsche mit zusätzlicher Polyurethan-Umschäumung alles getan hat,
um ein Verletzungsrisiko auszuschließen.
Mit dem Modelljahr 1976 wird das Motorenprogramm wieder einmal gestrafft. Wegen dem neu erscheinenden 924 erhält der 911 jetzt 121 kW (165 PS) und der Carrera kann durch den Wegfall des 911 S mit 147 kW (200
PS) und 3 Liter Hubraum wieder ein Stück seiner alten Leistungsfähigkeit gewinnen. Mit Abstand wichtigste Neuerung ist allerdings die Einführung feuerverzinkter Bleche mit einer sechsjährigen Garantie gegen
Durchrostung.
Dass alle Autos mit Heckmotor eine günstige Massenverteilung beim Bremsen haben, fällt vielleicht erst auf, wenn man hört, dass es den 911 erst ab 1977 in allen Modellen außer dem schwächsten mit
Bremskraftverstärker gab. Ein Jahr später sind da nur noch der 911 SC mit 132 kW (180 PS) und der Turbo mit Ladeluftkühler, 3,3 Liter und 221 kW (300 PS), um Abstand zum neuen 928 zu halten.
Die K-Jetronic, mittlerweile in allen 911-Modellen lässt sich nicht lambdaregeln. Aber schon ab 1977 greifen in USA Abgasgesetze so stark, dass man dort eine Abgasrückführung mit Zusatzeinblasung einführt. Ab
Modelljahr 1980 wird bei Motoren für den Export erstmals eine Lambdasonde eingeführt, kombiniert mit einem Vorläufer der KE-, der sogenannten KA-Jetronic.
Ab 1978 hat auch der 911 SC 3 Liter Hubraum und ab 1982 sogar 3,2 Liter. Zusammen mit der Verdichtung von 8,5 auf 10,3 : 1 steigt seine Leistung in mehreren Stufen von 132 kW (180 PS) auf 170 kW (231 PS). 1983
kommt zusätzlich zum Targa ein Voll-Cabriolet. Dazu muss die Karosserie verstärkt werden. Es wird manuell bedient. Ein Hardtop ist ebenfalls erhältlich, muss aber auf den jeweiligen Wagen angepasst werden.
Zum Schluss der G-Serie gibt es noch einmal ein Feuerwerk an Neuerungen. Unten sehen Sie den Speedster mit seinem Notverdeck. Außerdem ist das Modell K mit Allradantrieb lieferbar. Der Turbo erhält jetzt ein
Fünfganggetriebe. Und dann gibt es noch ein neues Karosseriewerk gegenüber dem jetzigen. Hinter all dem verblasst vielleicht ein wenig die wichtige Ankündigung von ABS im 911.
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