Gescheitert?
Eigentlich müssten wir zugeben, dass wir gescheitert sind. Aber wie die menschliche Natur so beschaffen ist, gibt es da keine Sicherheit, dass wir das auch tun. Vielleicht existiert ja doch noch eine Möglichkeit, das
Schräge gerade zu rücken.
Fakt ist, wir wollten bis zum Stichtag unser Car-Projekt so weit am Laufen haben, dass unser noch als Prototyp laufender Bus durchgehend mit verschiedenen Geschwindigkeiten betrieben von unseren beiden
RC-Autos überholt werden kann.
Es gab sogar die Überlegung, was allerdings kein Versprechen war, dass als verschärfende Maßnahme auf der Innenbahn noch unser kleinerer Bus entgegenkommen sollte. Sie ahnen es schon, der Kleine ist noch so
zerlegt, dass er dazu gar nicht in der Lage wäre.
Aber was ist denn jetzt eigentlich und besonders, was ist denn vollendet? Letzteres ist schwierig zu beurteilen, deshalb fangen wir einmal mit Ersterem an. Ja, wir haben gebaut und gebaut, zuletzt sogar den
ganzen Tag bis 11 Uhr in der Nacht.
26 Straßenstücke waren zu Beginn schon fertig, bis uns auffiel, dass der lange Bus an genau zwei Kurven innen von der Straße kippen könnte. Also die noch einmal in 3D-CAD umbauen und neu ausdrucken.
Nachher ist er dazwischen immer noch umgekippt, aber dazu später mehr.
Knackpunkt waren eigentlich die enorm vielen Bohrungen. Es wurden also ca. für die 26 Elemente zunächst nur etwas weniger als die gleiche Zahl von Schienen ihrer Schweller brutal beraubt, weil wir ja nur die
Außenbahn zu brauchen glaubten.
Damit wurde allerdings das ganze Konstrukt mit wachsender Größe immer instabiler. Nach etwa 6 oder 7 Straßenstücken haben wir dann entschieden, zur größeren Stabilität die Innenbahn gleich mitzumachen. Hat
natürlich so seine Konsequenzen.
Wenn wir die über ein Straßenstück hinausreichenden Schienen mitrechnen, sind wir jetzt bei sagen wir 90 Schienenstücken, in die an beiden Enden 1 mm große Löcher zu bohren waren. Ganz wenige davon
sind sogar so hart, dass sie fast nicht anbohrbar waren.
Jedenfalls nicht mit unseren handelsüblichen Bohrern aus dem Baumarkt, wo wir zwei Mal nachkaufen mussten. Zunächst wollen die nach einer gewissen Standzeit immer zur Seite und dann brechen sie
einfach ab. Die Ursache ist aber, dass sie stumpf geworden sind.
Die Technik des Verlegens der Schienen innerhalb der Straßenstücke haben wir mehrfach geändert. Wurde zunächst nur von unten gebohrt, um die Enden der durch die Bohrungen geführten Klingeldrahtseelen
nach unten zu führen, ging es nachher schneller von oben.
Die jetzige Montage der Schienen verdeckt die Verbreiterung an den Bohrungen recht gut. Richtig ist die Vorgehensweise allerdings nicht. Auch sind an den endmontierten Straßenstücken z.T. von oben leider noch
Teile der Kupferseelen zu erkennen.
Wieder und wieder die Ausrede: 'Ist ja nur ein Prototyp.' Man muss aber auch konstatieren, dass die Konstruktion insgesamt immer stabiler wurde. Allerdings richtig schön eben war sie durch das Zusammenwirken
von Kunststoff und Stahlschienen am Ende nicht.
Ja, Sie sehen oben, wir haben es tatsächlich geschafft, das Oval mit der Verschwenkung nach innen an der linken der beiden Geraden zu schließen. Am Ende waren dann noch einmal genau passende Sonderstücke mit
zusätzlichen Bohrungen zu fertigen.
Was wir leider nicht geschafft haben, ist, das relativ große Oval irgendwie an den Spanplatten zu befestigen, auf denen es ruht. Uns schwebten unsere superkleinen 1mm-Schrauben vor, aber die Spanplatten
sind einfach zu hart und lassen kein Eindringen zu.
Womit bohrt man 1mm-Schrauben vor? Schon diese Bohrer passen nicht in die Handbohrmaschine. Also blieb die Anlage so leicht bucklig bis heute. Und so fuhr auch unser Prototyp bei den ersten Malen. Halb schob
man
ihn, halb fuhr er von selbst. Allerdings ging es mit der Zeit immer besser und es gab komplette Umrundungen.
| Besonders wichtig: Das Prinzip funktioniert. |
Ganze Runden waren allerdings nur in einen ganz bestimmten Geschwindigkeitsbereich möglich und dann auch nicht für lange. Unweigerlich kamen die Kids, machten aber jetzt nicht den erwarteten enttäuschten
Gesichtsausdruck.
Schon bald stellte sich aber auch heraus, dass so eine Bahn auch mit RC-Autos alleine nicht so einfach zu befahren ist. Wie oft sind wir von der Bahn gekippt, ohne Hoffnung auch für den Unimog, sie
jemals wieder aus eigener Kraft zu erreichen. Da müssen wir noch viel üben.
|