Car-System 6

Es sind Erfolge zu vermelden, und doch oder gerade deswegen schweifen unsere Ideen weiter aus. Wir konnten also die Frage in der Praxis beantworten, ob denn unser Car Projekt überhaupt eine Existenzchance
hat.
Ja, hat es. Unser Versuchsbus hat ein Stück Gerade und einen anschließenden Bogen in einem Zug bewältigt. Zugegeben, es war so etwa der zehnte Versuch, bei dem das endlich klappte, aber entscheidend
ist, das Prinzip funktioniert.
Ja, Ideen zu formulieren ist viel einfacher als diese in der Praxis zu realisieren. Die Zahl der Skeptiker wächst mit der Zeit, die man an dem Projekt arbeitet und noch nichts bewiesen hat. Und so richtig in
Ordnung war noch gar nichts bei diesem Versuch.
Da hat sich die Verlegung der Schienen mit Händen und Füssen gewehrt. Nein, damit ist nicht das Einclipsen in die vorhandenen Nuten gemeint. Das klappt hervorragend, auch das Bohren der Löcher von 1 mm
in die Enden der Schienen. Nicht aber deren Verbindung mit Klingeldraht.
Heute oder morgen werden wir es doch einmal mit dem Verlöten der Enden versuchen. Auch muss die Belastung des Versuchsfahrzeug noch besser austariert werden, denn zu oft drehen die Hinterräder durch.
Auch ist die Vorderachse noch etwas zu schwergängig.
Aber haben Sie schon einmal einen Bericht über den ersten Crashtest eines von Grund auf neu konstruierten Autos gelesen? Was da alles den Ingenieuren/innen und auch den Dummies im Auto um die Ohren
fliegt. Dagegen können wir mit unseren Testergebnissen noch zufrieden sein.
Ob wir allerdings Bahn und Versuchsfahrzeug bis zum baldigen Besuch der Enkel zwecks Wettfahrt gegen RC-Autos fertigstellen können, das steht noch in den Sternen. Aber immerhin ist der Hauptdruck weg.
Wir können uns wieder unseren Gleisplänen und der Elektronik widmen.
Erstaunlich ist, dass selbst zum Car-Thema unsere Ideen nicht aufhören. Nein, wir haben noch nicht gewusst, dass man Kunststoffe galvanisieren, also mit Metallen überziehen kann. Man muss sie angeblich
'nur' mit einer elektrisch leitenden Farbe streichen.
Stellen Sie sich vor, wir hätten keine Schienen mehr nötig, könnten jede Fahrbahn mit zwei Streifen ausstatten, entsprechend lackiert oder galvanisiert. Nur knapp voneinander und vom Mittelstreifen getrennt.
Die beiden Eisendrähte unsichtbar unter der Fahrbahn.
Wir denken auch über das Prinzip von ultraflachen E-Magneten nach. Der ganz neue VW-Käfer von Viessmann hat Wicklungen auf der Platine, allerdings zum induktiven Laden. Wir könnten so etwas für
Weichen brauchen und müssten den Boden nicht aufbohren.
Nehmen Sie an, solche Magneten passen unter unsere Straßen. Dann könnten die das Fahrzeug ziehen (siehe Video unten). Geht das, ein E-Magnet zieht und zwei dahinter übertragen Energie und ein Signal für z.B. die
Betätigung von Lichtsignalen, alle der gleichen Bauart, nur die Funktion wechselnd?
Also doch ein wenig bei der Formel 1 in Hamburg abgeschaut. Wir sind da noch recht unbedarft. Falls Sie da schon weiter oder sogar vom Fach Elektrophysik sind, wäre uns das erste Mal eine E-Mail hochwillkommen.
Sie können natürlich auch erklären, dass wir zu heiß gebadet sind und warum.

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