CAN-Bus 1

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Wir kennen natürlich den CAN-Bus aus dem Kfz-Bereich. Wir haben auch schon Bücher über ihn und die Themen um ihn herum geschrieben. Es waren mit die ersten und sind bis heute die mit Abstand
erfolgreichsten. Ja warum nehmen wir ihn dann nicht für unser Decoder-Projekt?
Angeblich hat ja sogar Märklin in seine Stations zur Steuerung einer Anlage eine Schnittstelle zum CAN-Bus integriert. Und natürlich wären das eine viel universellere Lösung gewesen. Den CAN-Bus gibt es
längst nicht mehr nur im Auto, sondern die ganze Industrie hat sich die geringen Preise durch höhere Stückzahlen zunutze gemacht.
Das CAN-digital-Bahn Projekt hat sich die Integration des CAN-Busses auf seine Fahnen geschrieben. Wir haben natürlich noch nicht einmal eine Idee, wie wir denn den CAN-Bus in unsere Anlage integrieren
würden. Wir sind also von diesen Informationen her auf das Projekt angewiesen. Das Wirbt natürlich z.B. mit der Verfügbarkeit der Module.
Liest man sich das aber genauer durch, so kommen erste Zweifel auf, wenn es z.B. heißt, das 'Schalten, Melden und Fahren' komfortabler zu gestalten. Oder wenn man die 'Störsicherheit erhöhen' will.
Spätestens bei dem propagierten geringeren Aufwand bei der Verkabelung setzten dann bei uns die Zweifel ein.
Wir haben z.B. gerade einen nagelneuen Weichendecoder für Märklin/Trix geliefert bekommen. Der wird zusammen mit der Stelleinheit in das C-Gleis so integriert, dass man von beidem nichts sieht. Es gibt
allerdings auch nicht die früher erforderliche Zuleitung von einem Stellpult und die Energie wird ebenfalls von den Schienen entnommen.
Will sagen, wäre das ein CAN-Bus Modul, dann bräuchte es mindestens das verdrillte zweipolige Kabel und das wäre auch nicht zur Stromversorgung geeignet, die müsste noch extra erfolgen. Im Kfz-Bereich
ist so etwas kein Problem, weil da gegenüber dem herkömmlichen Layout auch mit dem CAN-Bus noch Kabel gespart werden, aber dort hat man ja auch keine Schienen.
Kann es sein, dass dieses anscheinend viel ältere DCC-System für uns handfeste Vorteile hat? Da wird von Datenmüll gesprochen, weil beim CAN-Bus nur dann ein Befehl ausgegeben wird, wenn auch wirklich
notwendig und nicht dauernd wiederholt. CAN-Bus ist natürlich eleganter, weil des von jedem Teilnehmer eine Bestätigung erwartet und erst bei Nichteintreffen wiederholt.
Aber was kümmert uns das? Von der Gestaltung der Software her scheint uns der CAN-Bus viel höhere Ansprüche zu stellen. Die für uns als Anfänger natürlich viel höhere Hürden darstellen. Wir wären froh,
wenn wir das System zunächst einmal zum Funktionieren brächten, wahrscheinlich sogar im Anfang noch ohne Rückkopplung.
Also keine Meldung bzw. Selbstanmeldung. Hauptsache, die Lok hat eine andere Nummer wie die anderen und kann individuell angesprochen werden. Wir müssen auch an das beschränkte Vermögen unserer
Hardware denken. Immerhin ist ja bei DCC eine Rückkopplung möglich, beruhigend für künftige Anwendungen.
Außerdem gibt es genügend Tipps für die Programmierung im Internet, vielleicht mit ein wenig Ausnahme für den ATtiny als potentiellen Lokdecoder. Aber wir vermuten beim Thema CAN-Bus einmal eine viel zu
große Verbreiterung auf alle möglichen Anwendungsbereiche, aber gleichzeitig auch weniger Tiefe.
Klar hat man beim CAN-Bus keinen Master, also auch keine Art Central Station, aber das würden bei uns ein oder mehrere Arduino Megas machen, die nun wahrhaftig nicht die Welt kosten. Uns hat an dem
Projekt schon gestört, dass man nach wie vor die Märklin-Gleisbox einsetzt. Es gibt kaum ein Modul dieser Größe mit so wenig Inhalt.
Und man soll es kaum glauben, nach und nach tauchen die ganzen Märklin-Komponenten wieder auf, die Mobile Station 2, die Central Station, z.T. sogar das jeweils nötige Netzteil. Nur das alles noch deutlich
komplizierter geworden ist durch den CAN-Bus. Schauen sie sich nur das Video oben an. Und einen eigenen Lokdecoder haben wie auch nicht gefunden.

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