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Zweiradmotoren
Die an Kühlsysteme gestellten Bedingungen werden besonders bei Motorradmotoren
deutlich. Hier ist der Kostendruck noch höher und eine kompakte Bauweise gefragt.
Schauen Sie nur, wie wenig vor allem Bauhöhe dieser Vierzylinderblock (Bild) in
Anspruch nimmt.
Denkt man an besonders kompakte und kostengünstige Motoren, so fallen einem
direkt Zweitakter ein. Für die Kühlung sind es schwierige Kandidaten, weil bei Ihnen
z.B. durch eine Zündung pro Kurbelwellenumdrehung noch mehr Wärme anfällt.
Auch vom Geräusch her sind Zweitakter schwerer zu bändigen. Je nach Spülungsart
hatten Sie in der Kfz-Geschichte auch eine sehr ungleiche Verteilung der Masse, z.B.
am Kolben. Auch ein Zylinder mit unterschiedlichen Öffnungen auf verschiedenen
Seiten reagiert bei starker Erwärmung gerne mit Verzug.
Luftkühlung geht beim Motorrad häufig einher mit Fahrtwindkühlung. Dabei sind
Luftleitbleche eher hinderlich, weil sie neben anderen Nachteilen auch die
Abstrahlung von Wärme verhindern. Ausnahme wäre eine gezielte Luftleitung auf die
Zylinderdeckel für hohe Geschwindigkeiten und damit verbundene Motorbelastung.
Wen wundert’s, dass nach und nach besonders auch mit sich verschärfenden
Abgasvorschriften die Techniken der Vierräder übernommen werden. So erscheinen
z.B. mit Zündapp KS 50 oder Hercules Ultra Zweitakt-Mopedmotoren mit
Flüssigkeitskühlung einfachster Bauart, aber immerhin mit Pumpe und
thermostatischer Regelung.
Natürlich wird auch beim Motorrad das System mit 1 bar Überdruck eingeführt. Es
gibt sogar einen kleinen Ausgleichsbehälter. Obwohl oder gerade weil der zur
Verfügung Platz begrenzt ist, finden sich Kühler samt Lüfter an allen möglichen
Stellen, zuletzt gesehen sogar knapp oberhalb des Hinterrades.
Nicht vergessen sollte man hier die Ölkühlung, die ja auch beim Motorrad eine
besonders direkte Möglichkeit zur Wärmeabfuhr darstellt. Im Bild ist ein kleiner
Ölkühler mit von Metallnetzen geschützten Leitungen zu sehen. Grundsätzlich muss
man bei Ölkühlung eine thermostatische Regelung verlangen, damit eine zu starke
Kühlung vermieden wird.
Zum Schluss noch eine wirkliche Spezialität des Zweiradbereichs, komplexe
Hinterradschwinge eines Rollers. An deren Ende ist der Motor befestigt und gibt sein
Drehmoment über Kupplung/Getriebe oder neuerdings eher Automatik direkt auf das
Hinterrad. Hier macht das Lüfterrad (Pfeil) Sinn, denn dieser Motor befindet sich unter
einer Blechverkleidung und wirklich nicht im Fahrtwindstrom.
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