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Bedienungsanleitung 5

Zusatz-Klimagerät für hinten
Es gibt Fahrzeuge, bei denen kann der Kunde sogar zwischen einer manuellen
Einzonen- und einer maximal geregelten Vierzonen-Klimaanlage wählen. In allen
Fällen ist der Grundaufbau und damit das Klimagerät vorn im Prinzip gleich. Natürlich
profitiert die einfachste Anlage von der Teilegleichheit. Sie hat den gleichen
Aktivkohlefilter, die durch Drehknopf einstellbare Kühlung des Handschuhfachs und
Ausströmer an den B-Säulen.
Ein großes SUV wie der Touareg hat den Vorteil, dass Teile einzeln ausgebaut
werden können, ohne die ganze Anlage auseinandernehmen zu müssen. Das betrifft
z.B. den Wärmetauscher der Heizung. Die Klimaanlage weist deshalb so viele
Ähnlichkeiten vorn auf, weil die opitionale dritte und vierte Zone von einem eigenen
Klimagerät hinten links bedient werden, natürlich nur, wenn diese
Ausstattungsvariante gewählt wurde.
Zu so einer getrennten Klimatisierung gehört natürlich noch einmal eine Bedieneinheit
für die hinteren Plätze. Sie ähnelt der typischen für eine Zweizonen-Klimaanlage mit
je einer verstellbaren digitalen Temperaturanzeige oben links und rechts. Insgesamt
ist sie kleiner als die vordere, ermöglicht aber wie diese eine zusätzliche Einstellung
der Luftverteilung und Gebläsestärke.
Vorn kann das natürlich alles für hinten mit eingestellt werden. Ferner ist hier die
Umschaltung auf dauerhaft oder automatisch geregelte Umluft möglich, wobei hierbei
die Filterung durch Aktivkohle erhalten bleibt. Es gibt sogar eine Option, die ganze
Luftverteilung dem Steuergerät zu überlassen. Außerdem ist hier eine ökonomische
Regelung einstellbar, sowie der schon erwähnte Abruf von Restwärme.
Eine Anlage für nur zwei Klimazonen behandelt immer die jeweils vorderen und
hinteren Plätze gleich. Dabei können hier nur noch unterschiedliche Temperaturen
gewählt werden, während die anderen Parameter für alle Plätze gleich sind. Sehr
komfortabel ist allerdings, dass die warme oder auch kühle Luft u.U. gleichzeitig durch
Auströmer der Mittelkonsole, des Fußraums und der B-Säule strömt.
Jetzt gibt es im Fall einer Vierzonen-Anlage mit separatem Klimagerät hinten natürlich
zwei parallel geschaltete Verdampfer, die über einen Kompressor mit einem
Kondensator verbunden sind. Zusätzlich zu dem schon in diesem Buch erwähnten
Hochdrucksensor wird auch noch die Kältemitteltemperatur im Hoch- und
Niederdruckkreis gemessen und an das Steuergerät weitergegeben. Jeder
Verdampfer hat sein eigenes Expansionsventil.
Es gibt auf jeder Seite vier Ausströmer, angefangen vom Fußraum bis zum direkten
Anblasen der Windschutzscheibe ganz oben. Für jeden ist ein Stellmotor nötig, der
auch noch ein Potentiometer zur Rückkopplung braucht. Der fünfte Stellmoter schaltet
bei Bedarf minutiös zwischen Warm- und Kaltluft hin- und her, stellt also die
gewünschte Mischung her. Dazu sind natürlich dahinter Temperatursensoren nötig.
Aus dem bisher Gesagten geht wohl die Notwendigkeit hervor, dass auch das
Klimagerät hinten links im Gepäckraum je einen doppelten Anschluss für Kühl- und
Kältemittel braucht. Ersterer dürfte also den Kühlkreislauf auf 10 Liter erweitern und
muss also vom Motor erst einmal erwärmt werden, was nur bei feiner Regelung die
Kaltlaufphase des Motors nicht unnötig verlängert. Ob das komfortverwöhnte
Passagiere hinten gut finden?
Neudeutsch heißt das Thermomanagement. Eigentlich ist es noch nicht einmal ein
Kompromiss. Man ahnt es, Komfort setzt sich gegen Ökonomie durch. Sobald nämlich
das Kühlmittel 20°C erreicht hat – vorher hat es ohnehin wenig Sinn – dient es zur
Beförderung der Motorwärme. Immerhin wird vorher auch im Motor nicht mehr
umgepumpt. Für den wäre es natürlich besser, das bliebe so bis ca. 80°C, aber wie
gesagt, der Komfort fordert seinen Tribut.
Immerhin begrenzt man das hinten auf je drei zusätzliche Ausströmer pro Seite und
kommt zusammen mit der Temperaturregelung mit acht Stellmotoren aus. Das
Bedienteil vorn ist mit dem Bedienteil hinten über CAN-Bus verbunden. Dieser kennt
zwar kein Master-/Slave-Prinzip, kann aber trotzdem dazu benutzt werden, dass die
Einstellungen vorne für hinten bindend sind (Rear-Taste).
Jetzt können die Funktionen natürlich auch über den großen Touchscreen gesteuert
werden. Vielleicht entfällt ja in der nächsten Generation die Bedieneinheit komplett.
Dann brauchen die Entwickler sich nicht jedes Mal ein neues Hardware-Layout zu
überlegen. Bei genügend Platz wird auch die Grafik selbst erklärender und
ansprechender. Jetzt darf man z.T. auch schon wieder Worte statt der Symbole
verwenden, weil die Software die Begriffe in die verschiedenen Sprachen umsetzen
kann.
Neben dem CAN-Bus kommt auch der LIN-Bus in Klimaanlagen vor. Da er die
Sensoren nicht sehr verteuert, gelangen über ihn die Daten des Feuchte-, Luftgüteund Drucksensors zum Steuergerät. Ersterer ist übrigens oberhalb des
Innenrückspiegels eingebaut. Er funktioniert vereinfacht wie ein Kondensator, bei
dem die von der Windschutzscheibe ankommende Feuchtigkeit die Kapazität
verändert. Viel Feuchtigkeit bedeutet, mehr Abkühlung und danach entsprechende
Aufheizung der Luft.
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