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 Sequentielles Getriebe



Ja, Sie hätten recht, wenn Sie sich beim Titel dieses neuen Kapitels verwirrt fühlen würden. Das hatten wir doch gerade. Gehört denn nicht ein Doppelkupplungsgetriebe zur Gruppe der sequentiellen Getriebe? Ja, das tut es, aber trotzdem gibt es noch andere.

Nehmen Sie einfach zur Kenntnis, dass es sequentielle Getriebe auch ohne Doppelkupplung gibt. Ein Beispiel dafür wäre die R Tronic des Audi R8, die vor Einführung des Doppelkupplungsgetriebes 2012 wahlweise das manuell geschaltete Sechsganggetriebe ersetzte.

Vorsicht ist allerdings geboten, als Benutzer von sequentiellen Getrieben nur Sportwagen zu erwähnen, weil z.B. auch ganz normale Transporter dazugehören, wie der Mercedes Sprinter. Woher kommt diese seltsam anmutende Auswahl? Da ist zunächst einmal der Grundgedanke, eine Art günstiger Automatik anzubieten.

Es hört sich einfacher an als es ist, aber dazu gleich mehr. Zunächst ersetzt man 'nur' das Kupplungspedal durch einen Aktor, der mit variablem Druck angesteuert werden kann und die beiden Bewegungsrichtungen des Schalthebels durch Ein-/Aus-Steller.

Das wäre jetzt die günstige Lösung für Transporter anstelle einer Vollautomatik. Aber warum bevorzugt man ausgerechnet bei teuren Sportwagen ebenfalls diese Lösung? Weil die Automatik ein Bauteil an Bord hat, was den konsequenten Durchstoß an Drehmoment eher stört, den Drehmomentwandler.

Das sequentielle Getriebe ist hier ein Schritt hin zu kurzen Schaltwegen. Diese können dann durch einen Sportmodus noch einmal verkürzt werden und natürlich ist jetzt auch ein mögliches Verschalten durch den/die Fahrer/in mit teuren Folgeschäden ausgeschlossen.

Als begleitender Vorteil ist noch der Einbau einer im Durchmesser kleineren Mehrscheiben-Kupplung möglich, was wiederum zusammen mit einer Trockensumpfschmierung einen tieferen Schwerpunkt ergibt. Also genügend Gründe, sich im Sportwagen nicht die schwerfällige Vollautomatik anzutun.

Rein theoretisch kann dann das manuelle Schaltgetriebe bleiben, eventuell noch um einen Gang erweitert. Gut wäre eine Verstärkung, aber auch ein(e) Fahrer(in) kann die Kupplung so schnell kommen lassen, dass es im Antrieb rumst oder die Räder leicht durchdrehen.

Gibt es noch Fahrzeuge, die nicht auf Doppelkupplungsgetriebe umgestellt wurden, bei denen die Schaltpause dann völlig wegrationalisiert wurde? Ja, z.B. beim 12-zylindrigen Lamborghini, der nicht umsonst 'Ultimae' heißt, also der letzte ohne Hybridisierung. Sicherlich wird die auch das Getriebe verändern.

Also, wie sieht sie aus, die vielleicht auch beim seriellen Getriebe letzte Entwicklungsstufe? Zunächst beeindruckt der hohe Druck von vermutlich immer über 40 bar, der wohl nötig ist, den enormen Gegenkräften vor allem an der Kupplung zu trotzen.

Vermutlich muss man dann mit einer gewissen Undichtigkeit innerhalb des Ventilblocks rechnen und auch schon als Fahrer/in darauf achten, dass die Hydraulikpumpe nicht zu oft anläuft und schneller kaputtgeht. Auch braucht das System eine zwar nicht ausgeklügelte, aber doch wirksame Entlüftung, ohne das Hydrauliköl ausläuft.

Eigentlich muss so ein Hydraulikblock bei zu viel Leckage gar nicht ausgetauscht werden, sondern nur die Ventile, weil die alle O-Ringe zur Abdichtung enthalten. Man kann vielleicht noch die Bohrungen prüfen, in die sie hineingeschraubt werden, aber in aller Regel müsste der Austausch aller Ventile ausreichen, teuer genug sind auch schon die.







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