Suche

A     B     C     D     E     F     G     H     I     J     K     L     M     N     O     P     Q     R     S     T     U     V     W     X     Y     Z


Formelsammlung
Alle Tests
 F7 F9




 Christiaan Huygens



Er ist schon so etwas wie ein Universalgenie, der Niederländer Christiaan Huygens, bei dem das 'uy' wie 'eu' und das anschließende 'g' den im Niederländischen so beliebten Kehllaut, so wie das 'ch' hinter einem 's' erfordert. Er wird 1629 als zweites Kind von fünf des Diplomaten, Dichters und Musikers Constantijn Huygens (Bild oben) in Den Haag geboren. Schon der Großvater gleichen Vornamens ist Sekretär (vermutlich Minister) bei Wilhelm von Oranje.

Der wird als Einiger der noch zersplitterten Niederlande in der Nationalhymne geehrt. Es ist das goldene 17. Jahrhundert der Niederlande, in dem Christiaan Huygens aufwächst. Mit 8 Jahren verliert er seine Mutter. Zu Hause erzogen lernt er Sprachen und Musik, Geschichte, Mathematik und Geografie, sowie Reiten, Fechten und Tanzen. Er profitiert von den Berühmtheiten des väterlichen Bekanntenkreises.

Er war mit Descartes befreundet und hat mit Isaak Newton öffentlich gestritten.

Er studiert Jura und Mathematik. Mit letzterer beschäftigt er sich danach intensiv und schon früh international beachtet. Auch baut er bessere Linsen, mit bedeutenden Findungen in der Astronomie. Sein erstes Patent einer Pendeluhr mit viel größerer Genauigkeit bis dahin datiert von 1656. Er ist Miterfinder an der Berechnung der Gravitation. Als sein größter Erfolg gilt zweifellos seine Wellentheorie des Lichts.


Man schreibt ihm auch den ersten Motor mit interner Verbrennung aus dem Jahr 1673 zu. Hier ein Modell davon, vermutlich nach einer von ihm selbst erstellten Skizze. Ein paar Elemente der Maschine reichen bis zum knapp 200 Jahre späteren atmoasphärischen Gasmotor von Nicolaus Otto und Eugen Langen.


Wichtig ist die Rolle mit dem Seil, dessen vorderes Ende mit einem Kolben in dem hier sichtbaren, stehenden Zylinder verbunden ist. Das hintere Ende hängt herunter und könnte irgendwelche Lasten hochziehen, wenn es von dem nach unten gehenden Kolben gezogen würde. Das sollte nach Huygens Plan Wasser aus der Seine für die Gärten von Versailles von Ludwigs XIV. sein.

Der Motor ist offenbar funktionierend vorgezeigt worden, man darf aber bezweifeln, ob er der ihm zugedachten Aufgabe gerecht wurde. Denn ein durchgehender Motorlauf war nicht gegeben. Für jeden Hub musste die unten im Zylinder angebrachte Pulverpfanne mit Schießpulver gefüllt werden. Das wurde gezündet und beförderte den Kolben nach oben und das hintere Ende des Seils nach unten.

Es wurde also bewusst vermieden, die eigentliche Hubarbeit mit der Explosion zu verbinden. Die wurde erst geleistet, wenn der Kolben seinen höchsten Punkt erreicht hatte. Denn dann gab der Kolben die beiden seitlichen Leitungen frei, durch die aller überschüssiger Druck entweichen konnte. Eine Rückkehr wurde durch die Ledersäckchen an den Enden der Leitungen verhindert.

Es war also der sich einstellende Unterdruck, oder besser gesagt der Atmosphärendruck, der von oben auf den Kolben drückte und ihn samt Seil und Nutzlast nach unten beförderte. Sein Eigengewicht half ihm dabei. Aber eigentlich ist es kein Motor, denn er bewegt sich nur ein Mal und muss danach wieder gefüllt werden.

Sie werden fragen, warum Huygens so umständlich vorging, die eigentliche Arbeit durch Erzeugung von Unterdruck zu gewährleisten. Ganz einfach wäre seine Konstruktion dem direkten Druck von Schießpulver nicht gewachsen gewesen. Er benutzte nur einen Teil davon und ließ den Rest verpuffen.

Sogar Otto und Langen werden sich dieser Taktik bedienen, freilich nicht im Zusammenhang mit Schießpulver, sondern mit Leuchtgas, das allerdings erst ca. 100 Jahre später erfunden wird. Damit erreichen sie eine Wiederholung der Arbeitstakte, ohne von Hand nachladen zu müssen. Auch der stehende Zylinder wird von ihnen übernommen werden.

Huygens findet im gleichen Jahrhundert Nachahmer, z.B. seinen ehemaligen Assistenten und jetzt als Arzt arbeitenden Dennis Papin, der die beiden Rohre mit den Ledersäckchen durch ein zentrales Ventil oben auf dem Kolben ersetzt. Ansonsten ist die Konstruktion in etwa die gleiche.


kfz-tech.de/YGe3







Sidemap - Technik Impressum E-Mail Datenschutz Sidemap - Hersteller