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  Geschichte - Oldtimer 1



Zu Beginn dieses Kapitels muss ich mich ein wenig entschuldigen. Vielleicht bin ich nicht der Richtige, etwas über das Thema 'Oldtimer' zu schreiben. Aber so ein Kapitel gehört unbedingt in ein Buch über die Geschichte des Automobils. Und warum bin ich nicht der Richtige? Weil ich halt ein Fan von Neuwagen bin.

Jetzt werden Sie fragen, ob ich denn nie einen gebrauchten Wagen gekauft habe in der Zeit, wo das Geld für ein neues Fahrzeug nicht reichte. Antwort: Ein ganz klares Jein, denn ich habe einen Teil des Risikos beim Autokauf dadurch vermieden, dass ich relativ neuwerige Unfallwagen kaufte. So einer ist in aller Regel nicht für den Verkauf vorbereitet worden.

Einmal hatte ich sogar das Glück, dass da ein fast jungfreulicher Motor drin war, den ich so nicht mitbezahlt hatte. Doch zum Thema: Ich bin halt sehr skeptisch, etwas zu erwerben. Je mehr Erfahrungen man macht, desto größer das Wissen über Möglichkeiten der Manipulation. Ich will einfach nicht etwas ausbaden müssen, was andere sich eingebrockt haben.

Umgekehrt will ich aber auch nicht zu sehr auf mein Auto im täglichen Gebrauch achten müssen. Und noch eins: Das nächste neue Auto wird erst dann so langsam meins, wenn ich es mindestens sagen wir 5 Mal gründlich gewartet bzw. repariert habe. Dann wächst mein Zutrauen und die Sicherheit, mir im Ernstfall hoffentlich selbst helfen zu können.

So jetzt denken Sie bestimmt, dass sich so jemand herantraut an das Thema 'Oldtimer', kann doch nur schiefgehen. Aber bitte bedenken Sie, da steckt auf der anderen Seite eine größere Portion Konservativismus drin, was wiederum gut zu diesem Thema hier passt. Überhaupt interessiert mich sehr, was industriell herstellbar ist und wie sich das entwickelt hat.

Die zweite Eigenheit wäre dann das Selbermachen, wobei sich allerdings die Mittel, um ein modernes Auto am Laufen zu halten, sehr stark von denen unterscheiden, einen Oldtimer zu restaurieren oder auch nur fahrbereit zu halten, auch wenn man gewisse Arbeiten außer Haus gibt, wie z.B. die Lackierung. Sie merken vielleicht schon die Hochachtung vor den Leuten, die solches leisten.

Nein, wer sich für Kfz-Technik interessiert, der muss sich auch für Oldtimer interessieren, wobei 'interessieren' nicht 'kaufen' heißt. Da hat dann auch eine gewisse Wut ihren Platz auf Leute, die sich den Kauf auch von teuren Oldtimern und deren Restaurierung leisten können, ohne einen Finger krumm zu machen. Allerdings kann man sich eine Oldtimer-Szene ohne solche Leute auch wieder nicht so recht vorstellen.

Denn was tun mit Schätzen, die inzwischen glatt 120 Jahre und sogar noch älter sein können. Sie kennen vielleicht solche Stars entsprechender Events nach dem Motto, eine Stunde gefahren, fünf Stunden gereinigt und poliert. Nur selten ist die Sachkunde und partielles Selbermachen kombiniert mit genügend Geld, so einen Schatz überhaupt zu erwerben.

Nun gut, wenn wir da unseren Frust nicht loswerden, wenden wir uns dem Drumherum zu. Nein, damit sind nicht die Clubs gemeint, die ihren Mitgliedern oft genug nur noch als einzige Hilfestelle für ein Problem bleiben und zusätzlich den nicht zu unterschätzenden Faktor 'Geselligkeit' bieten.

Sehr leicht werden wir den Frust an die Geschäftemacherei rund um das Thema 'Oldtimer' los. Die Hersteller, die ihre meist erkleckliche Sammlung zu intensiver Eigenwerbung nutzen. Journalisten brauchen offenbar dort nur anzurufen und erhalten fast jeden verfügbaren Oldtimer zum Nulltarif und füllen damit ihre Zeitung.

Da gibt es an die Sammlung angeschlossene Werkstätten, die nichts anderes tun, als die gerade wieder hereinkommenden Fahrzeuge zu reparieren und zu warten. Es ist ja völlig unbestritten, dass ein solch altes Auto vom Stehen nicht besser wird, aber man gewinnt langsam den Eindruck, von dem vielen Fahren und Beheben eventueller Unfälle wohl auch nicht, abgesehen von Umweltschutz, den nur moderne Fahrzeuge einhalten müssen.

Die Messen für Oldtimer überbieten sich gegenseitig. Es gibt schon welche, die sich in mehreren Orten nicht nur im Inland gleichzeitig etablieren wollen. Mit der Anzahl von Messen wird deren Angebot immer beliebiger. Nur wenige bemühen sich um ein von Jahr zu Jahr wechselndes Thema und eine entsprechende Vielfalt von Objekten. Längst sind die oben erwähnten Clubs von den Herstellern in dieses Netz eingebunden.

Sie müssen schon mit der Lupe suchen, wenn Sie eine Messe finden wollen, die sehr stark von Clubs und ihren Schätzen dominiert wird. Wo sich die Mitglieder eben diesmal auf der Messe treffen und nur diese eine Messe bestücken, weil der eigene Standort relativ nahe gelegen ist. Da darf man auch mal auf Nachfrage den Wagen von innen betrachten (und filmen).

Nicht selten steht der/die stolze Besitzer/in dabei oder bei Interesse zur Verfügung und freut sich über Fragen, die es ihm/ihr ermöglichen, viel vom eigenen Wissen zum Besten zu geben. Hier ist es eher das Problem, sich loszueisen, aber das nimmt man gern in Kauf. Da fängt dann die Kfz-Technik plötzlich an zu leben.

Das ist ja überhaupt ihr Kennzeichen, fast nie allein betrachtet werden zu können. Entweder ist sie eingebettet in eine Umgebung, die z.B. in den Dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts sogar politischer Natur war, und sie hat mit den verschiedensten Gebieten der Technik wie z.B. Hydraulik oder Elektrik zu tun, oder sie strahlt hinein in die Kunst, wo sich z.B. Vertreter des Bauhaus-Stils an das Design einer Karosserie trauten.

Nicht kommerziell wird die Kfz-Technik nie sein, denn irgendwo müssen die Autos erdacht, getestet und gebaut werden. Gerade derzeit an den Startups zur E-Mobilität erleben wir, wie viel das kostet. Länder wie Deutschland haben mit dieser Industriesparte einen wohl nicht unbeträchtlichen Teil ihres Wohlstands aufgebaut.








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