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  Rekorde



Dieses Fahrzeug hat für Großbritannien Kfz-Geschichte geschrieben, das erste Mal 2006, als es auf dem berühmten Salzsee von Bonneville 529 km/h erreichte. Dass noch mehr drin sein sollte, bewiesen zwei Tatsachen, nämlich einmal die 'nur' 521 km/h auf den Hin- gegenüber den 536 km/h auf der Rückfahrt. Auch gab der Fahrer Andy Green nachher zu, nur fünf der möglichen sechs möglichen Gänge benutzt zu haben.

Die Zusammenarbeit zwischen JCB und Richardo geht wohl auf das Jahr 2004 zurück, als man dort beschloss, in einem vollkommen neuen Werk die Dieselmotoren für die eigenen Baumaschinen selbst zu bauen. Der JCB 444 ist ein für große Frontlader konzipierter Motor, 6 Zylinder in Reihe mit Turbolader und seitlicher Nockenwelle, vier Ventilen, die über Stößelstangen und Gabelpleuel betätigt werden.

Vermutlich gab es schon damals den Plan diesen Motor aufzurüsten. Die ebenfalls britische Firma Richardo ist weltweit vertreten und u.a. berühmt für ihr schon traditionelles Motoren-Knowhow. Sie wurde 1915 von Harry Richardo gegründet. Der hatte da neben seinem Studium in Cambridge schon eine Menge Erfahrung mit der Konstruktion von Verbrennungsmotoren. Erste größere Aufgabe war es, den Motor des Panzers Mark V einigermaßen rauchfrei zu machen, im tobenden Ersten Weltkrieg aus strategischen Gründen nicht ganz unwichtig.

Ein Motor mit weit vorweggenommenen Quetschkanten und einer mit variabler Kompression aus dem Jahr 1919 stechen aus den anderen Innovationen von Richardo deutlich hervor. Beides ist zwar für Benziner gedacht, aber bereitet vielleicht auch schon eine gewisse Kompetenzbildung für Dieselmotoren vor, die sich z.B. in der 'Comet' genannten Wirbelkammer von 1931 zeigt.

Eine Richtung der Produkterweiterung betrifft den weiteren Weg des Drehmoments im Fahrzeug. Eigenartigerweise reklamiert man bei Richardo die Viskokupplung für sich, obwohl der deutsche Mahle-Behr Konzern das auch tut. An berühmten Fahrzeugen hat man mitgearbeitet, so den FED Alpha des US-Militärs, dem nahezu unschlagbaren Lancia Delta und last but not least sogar Bugatti Veron und McLaren M838T. Beim Bugatti war man am Doppelkupplungsgetriebe, beim McLaren wiederum am Motor beteiligt.


Zugegeben, der Rekord für aufgeladene Benzinmotoren war in der Zeit schon außerhalb der Möglichkeiten der beiden, jeweils 103 kW (140 PS) auf 551 kW (750 PS) gebrachten, ehemaligen Baggermotoren. Dagegen stand der bei den Dieselmotoren damals bei 235 m/h, also 'nur' 376 km/h. Übrigens war von vornherein kein Start- und Anfahrvorgang geplant, was wohl die z.B. Kupplung über Gebühr strapaziert hätte. Der 'Zigarre' genannte Wagen wurde von einer Baumaschine mit im Prinzip identischen auf 50 km/h angeschoben.

Außen hat das neun Meter lange und ca. 2,7 Tonnen schwere Fahrzeug eine Karbonhaut, innen zusätzlich zu den beiden Motoren noch einen 180-Liter-Tank. der aber nicht mit Dieselkraftstoff, sondern mit Eiswürfeln gefüllt wird. Deren Verdampfungswärme ergibt einen zusätzlichen Kühleffekt. An dem hohen Gewicht kann man erkennen, dass es zwar für eine gute Beschleunigung nachteilig ist, nicht aber für diese enorme Höchstgeschwindigkeit.

Wie schon oben angedeutet, ist man zehn Jahre später noch einmal in Bonneville mit einem Team von über 30 angetreten und hat den Rekord auf 563 km/h angehoben.


kfz-tech.de/YDM28


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