ÖPNV

Der Öffentliche Personen-NahVerkehr befördert nur Personen und keine Güter (außer Postbussen) die nicht mit den Passagieren verbunden sind. Es ist ein festes Netz von
Haltestellen mit festen Ankunfts- und Abfahrtzeiten. Taxen transportieren Personen auf Abruf mit festem Abfahrts- und Ankunftsort. Eher in Ausnahmefällen nehmen Taxen Menschen während einer Fahrt von
verschiedenen Orten auf. Häufiger kommt es vor, dass sie Menschen nach Wunsch einzeln oder in Gruppen absetzen.
Genau hier könnte autonomes Fahren eine Lücke schließen. Es könnten mehrere Personen unabhängig voneinander einer Fahrt zugeordnet werden, was allerdings deren Zustimmung bedürfte. Dazu wäre ein
System nötig, was für jeden einzelnen Fahrgast die Fahrzeit bestimmen würde, bei Teilautomatisierung unter dem Vorbehalt von momentanen Staus. Stimmen alle zu, wäre eine bessere Auslastung des
Fahrzeugs möglich und ein günstigerer Preis.
Problematisch für Robotertaxen wäre die vielleicht irgendwann einsetzende Entmischung von autonomem und selbstbestimmtem Verkehr, weil es dann Grenzen gäbe, über die es nicht hinauskäme. Fahrgäste
mit weiterreichenden Zielen müssten hier auf andere Fahrzeuge warten und umsteigen. Auch wäre so ein Fahrzeug eventuellem Vandalismus nahezu wehrlos ausgeliefert. Man könnte das zwar mit geschickt
verborgenen Überwachungssystemen abfedern, aber die Folge wäre eine leicht schäbig wirkende, vandalismusgerechte Ausstattung.
Immerhin ist ein Fahrauftrag nicht anonym, was übrigens wieder Datenschützer auf den Plan rufen würde. Aber man hätte hier ein Mittel gegen Vandalismus in der Hand. Übrigens muss man leider damit
rechnen, dass sich auch Gewalt gegen Mitpassagiere richten könnte. Auch hier wäre die erwähnte Registrierung ein Segen. Es gibt so etwas Ähnliches schon. Da hält man beim Einstieg in den Bus oder die
Bahn eine Chipkarte vor einen Scanner und beim Ausstieg wieder. So können dann Fahrten punktgenau abgerechnet werden.
So ein Fahrauftrag on demand wäre jedoch auch diesem ÖPNV eindeutig überlegen, auch wenn dieser sich ebenfalls automatisieren ließe, was zurzeit schon in Versuchen auf abgetrennten Bahnen der Fall ist.
Es könnte sich eine Klasse von Fahrzeugen entwickeln, deren Größe zwischen der von auch Großraum-Taxen und Bussen liegt und letztere außerhalb der Stoßzeiten ersetzen. Dafür wäre dann ÖPNV rund um
die Uhr möglich. Mit Preisen, die umgekehrt proportional der Häufigkeit des Transportfalls angepasst wären. Taxi-Unternehmen treten ja auch jetzt schon als Dienstleister für den ÖPNV auf, ebenfalls private
Busunternehmen.
Vorbei die Zeit, wo der Hauptbetreiber des ÖPNV im Wesentlichen immer die gleiche Busgröße einsetzt, von verschiedenen Längen einmal abgesehen. Es würde von ihm mehr Flexibilität hinsichtlich der
Fahrzeuggrößen und auch der Ausstattung erwartet. Da werden Fahrzeiten und -orte vereinbart, die er dann als der mit den vermutlich meisten Anfragen wirtschaftlich sinnvoll kombinieren könnte. Gemeint sind
natürlich nicht Anfragen für sofortige Aufträge, sondern frühestens für den nächsten Tag.
Dabei bekämen Zugänge zu streng zeitgebundenen Verkehrsmitteln wie Flugzeugen die erste Priorität. Immerhin wäre das eine Fahrt, die mit der des Privatwagens oder einem Taxi vergleichbar wäre. Mit
letzterem kann man ja auch heute schon eine Absprache bezüglich des Rückflugs treffen, etwas schwierig allerdings bei Verspätungen oder Umleitungen. Auch hier läuft es also ebenfalls auf eine Vernetzung
hinaus.
Möglich würde diese wohl deutliche Individualisierung des ÖPNV, weil nicht auf die Bereitstellung von Menschen als Fahrer/innen geachtet werden müsste. Es gäbe außer bei Defekten am jeweils benötigten
Fahrzeug z.B. keine Krankmeldungen, die bisweilen Disponenten vor unlösbare Aufgaben stellen. Da nützt es nicht viel wenn heute auch Mitglieder des Vorstands in solchen Unternehmen einen Bus- bzw.
Personenbeförderungsschein haben, Der ist wohl eher für Streiks gedacht, hilft aber dann auch nicht viel.
Somit stellen wir fest, dass nicht nur der ÖPNV und die Taxi-Unternehmen noch enger zusammenrücken werden, was allerdings auch mehr Konkurrenz bedeutet. Auch die verschiedenen Formen von Carsharing
bilden künftig hier größere Alternativen. Wobei Fahrten noch weniger als bisher nur zwischen dem Privat-Pkw und z.B. nur einem ÖPNV-Anbieter aufgeteilt werden. Die öffentliche Verkehrswelt wird bunter und
hoffentlich für die Benutzer durch Vernetzung viel effektiver.
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