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  Autonom - Level 5




Gibt es nun sechs Level oder nur fünf, weil Level 0 natürlich ein Fahrzeug ohne jede Automatisierung bzw. Unterstützung des/der Fahrers/in beschreibt? Egal, jedenfalls geht man bei Level 5 wohl von der Möglichkeit aus, sich fahren zu lassen. Und da es das vollkommen automatisierte Auto auch schon allein egal woher bis an die eigene Haustür geschafft hat, kann man davon ausgehen, es bringt einen an den Arbeitsplatz, ohne dass man eingreifen kann.

Zwei Gruppen von Menschen betrifft das. Die eine hat wenig Interesse daran, das Auto selbst zu bewegen, nutzt die Zeit gerne für wichtigere Tätigkeiten oder zur Entspannung. Hier könnten auch z.B. Kinder transportiert werden, also Menschen ohne Fahrerlaubnis oder solche, die sich das Fahren z.B. in Großstädten nicht oder nicht mehr zutrauen.

Nicht exakt zu trennen ist diese Gruppe von der anderen, die sehr wohl Spaß am Autofahren hat, nur im Moment nicht, weil entweder die Verkehrssituation nicht danach ist oder sie sich mit anderen Aufgaben zumindest ausgelastet fühlen. Für die müssen Lenkrad, Display und Fahrpedal an Bord bleiben, während es bei der ersten Gruppe auch wegrationalisiert werden könnte. Mal sehen, ob es hier grundsätzlich zweierlei ausgerichtete Fahrzeuge geben wird, wobei besonders sportliche mit Sicherheit zur zweiten Gruppe gehören werden.



Garantiert Level 0

So, und jetzt kommen wir zu den für die nächste Zeit vermutlich wichtigeren Levels, denn die Fünf werden wir wohl so schnell nicht erleben. Wobei Level 1 im Grunde schon alle Neufahrzeuge erreicht haben, denn ABS hat jedes verpflichtend an Bord, einen Tempomaten mit Abstandsregelung als Option wohl auch. Level 2 erobern jetzt gerade sogar Autos der Kompaktklasse. Hier wird z.B. bei mangelnder Spurhaltung aktiv ins Lenkrad eingegriffen, eingeparkt und in Gefahrensituationen auch notgebremst.

Während das mit der Erkennung und anschließenden Notbremsung auf null noch nicht so ganz klappt, sich man darauf jedenfalls nicht verlassen sollte, können so Features wie das rückwärtige Einparken mit Anhänger von gewissen Autoherstellern schon ganz gut in der Werbung verkauft werden. Da macht dann auch das Zusehen Laune. Wichtig bei diesem Level: Der/die Fahrer/in gibt nicht eine Sekunde die Verantwortung an irgendein System ab, bleibt also z.B. jederzeit bremsbereit.

Das ist bei Level 3 anders. Erst hier wird die Zeitersparnis durch teilautonomes Fahren ein wenig relevanter. Ein(e) Lkw-Fahrer/in könnte den Sitz ein wenig zur Seite schwenken und sich um den nächsten Auftrag kümmern. Allerdings ist die Zeit, in der er/sie das Lenkrad und damit die Verantwortung wieder übernehmen muss, relativ knapp bemessen. Tut er/sie das nicht, ist ein Nothalt unvermeidlich. Eine typische Situation wäre der Stau, in dem das Fahrzeug mitfährt, aber nur z.B. bis 60 km/h.



Jede Menge Ablenkung ist möglich.

Bei Level 4 gibt es eigentlich keinen Nothalt, weil hier zwar noch jemand im Besitz eines gültigen Fahrausweises an Bord ist, der aber vollkommen anderen Tätigkeiten als Autofahren nachgehen kann. Der könnte auch schlafen, wie immer das irgendwann einmal auf die Regelfahrzeiten beim Lkw-Fahren angerechnet würde. Da fährt der Laster dann z.B. entlang verschiedener Autobahnen und kommt entweder bei einem Defekt sicher auf der Standspur oder nach einer Ausfahrt auf einem Parkstreifen zum Stehen.

Am gegenwärtigen Stand der Technik mit der flächendeckenden Einführung von Level 2 sieht man, wie weit wir noch von einer wirklichen Entlastung z.B. bei Level 4 entfernt sind. Und doch trägt dieses Buch einen Titel, der deutlich auf Level 5 zielt. Erst hier wird es richtig spannend. Lassen Sie uns einmal einen Blick in die Zukunft versuchen.

Eines muss klar sein, wenn man an der Haustüre abgeholt werden kann, dann muss das autonom fahrende Auto auch allein unterwegs sein können. Das muss man sich einmal vorstellen, kommt einem ein Auto entgegen und niemand sitzt drin. Hat wohl keinen Parkplatz in der Innenstadt gefunden oder ist direkt nach Abladen seines Passagiers am Arbeitsplatz wieder nach Hause geschickt worden. Ergibt Autonomes Fahren eigentlich weniger oder gar mehr Verkehr?

Jedenfalls steht fest, Zonen mit nur autonom fahrenden Autos, die in Innenstädten eigentlich sinnvoll wären, werden schwierig einzurichten sein. Denken Sie nur daran, dass dann ausgerechnet Motorräder ausgeschlossen werden müssen, denn welchen Sinn soll ein solcherart autonom fahrendes Zweirad haben? Auch wird es vermutlich genug Autofahrer/innen geben, die partout das Lenkrad nicht aus der Hand geben wollen.



Sound-Generator, eigentlich für Elektroautos

Doch zurück zu dem einsam über eine Landstraße zockelnden Auto ohne Insassen. Durch zwei Leute davor und einen rasch dahinter positioniert müsste es eigentlich leicht aufzuhalten sein. Ein Ausweichprogramm ist dann kaum noch denkbar, oder? Dann reichen zwei Bauchbinden, um es auf einen Lkw zu verfrachten? Nun gut, es kann ein Signal (Bild oben) des Entsetzens abgeben, aber zumindest in Deutschland sind zurzeit solche Signale nur für ca. 15 Sekunden erlaubt, auf einer einsamen Landstraße auch länger wohl kein Problem.



Ja klar, man kann den Weg des vielleicht wütend mit den Antriebsrädern scharrenden, aufgebockten Fahrzeugs verfolgen, aber schon im obersten Stockwerk einer Tiefgarage wird heutzutage so ein Signal mit der heutigen Funktechnik nicht mehr übertragen und WLAN hat viel zu geringe Reichweite. Da zeigen uns die Designer jede Menge Innenräume von Autos ohne Lenkrad und niemand scheint sich um die Umgebung und die Sicherheit eines solchen zu kümmern. Immerhin plant Uber ja auch schon Taxen ohne Fahrer/innen.

Ich stelle mir gerade vor, wie solch ein Fahrzeug von dem Herrn Wachtmeister angehalten wird: 'Guten Tag, Ihren Führerschein und Ihre Fahrzeugpapiere bitte!'. Oder autonom ohne Insassen fahrende Autos werden grundsätzlich nicht mehr angehalten. So käme(n) dann Bankräuber im Gepäckraum leichter durch die Polizeikontrolle.

Vielleicht können wir das Problem von fahrenden Autos ohne Fahrer/innen einmal mit dem Thema im vorigen Kapitel verknüpfen. Was tut denn eine Werkstatt, wenn da plötzlich ein fahrerloses Auto ankommt. Das findet übrigens nach unserer Erfahrung nicht so leicht einen Parkplatz beim zuständigen Autohändler, sondern steht dann erst einmal im Weg.

Wie übernimmt man denn ein solches Auto? Muss das nicht eigentlich abgeschlossen sein, wenn es durch die Gegend fährt? Wie verläuft denn da die Dialogannahme? Vermutlich mit einer Kamera in der Hand unter dem Auto und Videokontakt zum/r Besitzer/in. Schickt man das Auto anschließend wieder 'nach Hause' und die Rechnung wird gleichzeitig abgebucht?

Vielleicht macht dieses einfache Beispiel schon deutlich, welches Umdenken das Autonome Fahren mit sich bringt. Aber es gibt noch härtere, hier ein reales aus der Jetztzeit: Da haben sich kleine Kinder durch eine unglückliche Verkettung von Umständen im Parkhaus im Auto eingeschlossen und es gibt auch keinen einfachen Weg hinaus. Aber statt eine halbe Stunde auf den ADAC zu warten, lassen die Eltern zu, dass die Scheibe eingeworfen wird, um die Kinder früher zu befreien.



Zugegeben: Das Bild übertreibt . . .

Da ist es vielleicht auch eher kontraproduktiv, dass die Versicherung den Schaden auch noch bezahlt. Damit sind die Kinder aber wenig abgehärtet gegenüber der Zukunft, wo sie mit einem Fahrzeug ohne Fahrer/in irgendwo in der Walachei stehen bleiben und auf Hilfe warten müssen. Wobei wir hier einmal davon ausgehen, dass das Hilfesystem auf jeden Fall funktionsfähig bleibt.


kfz-tech.de/YAu2


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