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 Daten




Wenn das vielzitierte Beispiel wirklich stimmt, dass ein Kaufhauskonzern durch Analyse der Kaufdaten wirklich eher wusste, dass eine junge Frau schwanger war als sie selbst, dann kann das die in letzter Zeit aufkommende Euphorie für Datenschutz wirklich gut erklären. Allerdings sind die meisten anderen Beispiele eher diffus und schwach einleuchtend. Außerdem fordert jede(r) mehr Datenschutz, aber wenige nur halten sich im Privatleben daran.

Lassen Sie uns ganz kurz noch weiter abseits unseres Hauptthemas verweilen z.B. auf dem Stasi-Menschen, der gerade eine Wohnung abhört. Hier ist nun der Datenschutz elementar gefährdet. Es entsteht gerichtlich Verwertbares, das Leute ins Gefängnis bringen kann. Noch schlimmer waren enge Freunde/innen, die sich als Stasi-Mitarbeiter/innen entpuppt haben.

Aber was hat das mit unserem Thema zu tun? Bei autonomem Fahren geht es um Fahrdaten, die zwischen Fahrzeugen bzw. zu einem festen Außenpunkt hin übertragen werden. Hier ein zusammengepuzzeltes Beispiel, wie einer Privatperson die Weitergabe von Fahrdaten gefährlich werden könnte. Stellen Sie sich vor, in einem bestimmten Ort geschieht ein Gewaltverbrechen und Sie waren zufällig dort.

Wir können die Erklärung kurzhalten: Ein Täter konnte nicht ermittelt werden und Sie waren zufällig vor Ort. Durch systematisch nach Ort und Uhrzeit durchgeführte (Raster-) Fahndung kommen Sie in die nähere Auswahl und erstaunlicherweise kehrt sich in der Praxis die Beweislage um. Sie werden nach einem Alibi gefragt und wehe, Ihre harmlose Unternehmung in dem Ort kann niemand bestätigen.

Zugegeben, dieses Beispiel für die Auswertung von Fahrdaten ist sehr speziell, weil an eine Rasterfahndung ziemlich strikte Bedingen geknüpft sind. Bleibt also die Frage, besitzen die während der Fahrt ermittelten und empfangenen Daten einen Mehrwert? Gemeint ist, ein in klingende Münze umsetzbarer.

Google scheint die Gewinnmaximierung durch Datensammlung durchaus verstanden zu haben, das weisen die enormen Gewinne aus. Wer z.B. wie wir viel mit Übersetzungen zu tun hat, der erkennt rasch, dass die dabei auch auffallende Schnelligkeit viel mit Datenabgleich und weniger mit der Anwendung von z.B. Grammatik zu tun hat. Und mit jeder neuen Übersetzung wird der Datenschatz größer.

Man wird sogar aufgefordert, auf der Google-Website selbst schon zu korrigieren, soll möglichst der Übersetzer-Community beitreten. Die daraus wohl auch resultierenden Einnahmen sind aber so verschleiert, dass man sie gar nicht einzeln ermitteln kann. So hat die Übersetzer-Seite selbst keine Werbung.

So sehr Datenschutz ein Schlagwort ist, es muss etwas dran sein an den Verdienstmöglichkeiten. Betrachtet man allerdings ebay oder sogar amazon, dann ist es mit der normalen Intelligenz nicht weit her, geschweige denn der künstlichen. Hat man gerade ein Sofa gekauft, werden einem Sofas angeboten, bei Autos könnte es ähnlich sein. Die Spitze des Eisbergs ist, wenn einem die eigenen Bücher zum Kauf angedient werden.

Trotzdem bleibt die Grundthese mit dem Verdienst, wenn z.B. eine Schule entdeckt, dass ein Schüler mit jedem vollständigen Datensatz eines/r Mitschülers/in 50 Cent verdient. Das gilt aber auch umgekehrt. Wenn eine renommierte Zeitung ein bestimmtes statistisches Datum braucht, ist dafür z.B. das Statistische Bundesamt zuständig. Die Bearbeitung von Anfragen ist meist kostenfrei, nicht aber, wenn sie etwas aufwendiger ist.

Daten können also Geld kosten. Dies wird offensichtlich auch bei bestimmten der Fall sein, die über Car2X ins autonom fahrende Auto gelangen. Keine riesigen Beträge, aber angesichts der Menge an wissbegierigen Fahrzeugen lohnend. Aber wie werden solche Kleinbeträge abgerechnet? Sie werden schon von Bitcoins gehört haben, eine von inzwischen ca. 650 Internetwährungen. Das kauft jemand Brötchen und hält nur sein Smartphone zum Ablesen über die Theke.

Es muss also eine gut verschlüsselte Geldbörse auf dem Smartphone geben, auch Wallet genannt, von der der Betrag bei der Aktion abgebucht wird. Und wie bei einer echten Geldbörse, wenn man sie verliert, ist das Vermögen weg. Die beschriebene Transaktion wird dann voraussichtlich auch beim Empfang kostenpflichtiger Daten stattfinden, z.B. spezielle Wetter- oder Topografiekarten, nur weniger aufwendig und vollautomatisch.

Es ist also weder Bank noch Überweisung nötig, wenn es sein muss auch bis ans andere Ende der Welt. Um Betrug und damit ungerechtfertigte Vermehrung von Bitcoins vorzubeugen, muss die Transaktion von sogenannten 'Minern' abgesegnet werden. Das kann im Prinzip jeder im Bitcoin-Netzwerk mit der entsprechenden Software sein. Der Miner erhält für die fachgerechte Abwicklung, die vollautomatisch abläuft, einen kleinen Geldbetrag.

Sie können sich vorstellen, dass es eine unglaubliche Menge von Transaktionen allein schon innerhalb der Bitcoin-Gemeinde gibt. Clevere Leute haben deshalb in Ländern mit billigem Strom, wie z.B. Island, enorme Computer-Kapazitäten aufgebaut, und profitieren von dem Unterschied zwischen Transaktionserlös und Stromkosten bzw. Computer-Abschreibung.

Zur Kontrolle gibt es eine elektronische Beschreibung der Transaktion. Die enthält natürlich neben dem Betrag nicht die Personendaten von Bezahler und Empfänger, sondern deren Codes, was im Anfang Kriminellen und Steuerbetrügern Tür und Tor geöffnet und dem Bitcoin einen schlechten Ruf eingebracht hat. Übrigens trägt auch der enorme Energieverbrauch für die Summe der Transaktionen dazu bei. Allerdings müsste man den von Banken gegenrechnen.

Sie können es sich wohl denken, die Transaktionen darf niemand verändern, denn es könnten z.B. ungedeckte Übertragungen zugelassen werden und damit das System gesprengt werden. Obwohl der gesamte Code ähnlich wie z.B. bei Linux total offenliegt, gibt es dennoch sehr komplexe und wirksame Schutzmechanismen. U.a. sind die Transaktionen zu Blöcken gebündelt und miteinander verkettet, was die Bezeichnung 'Blockchain' ergibt. Diese elektronischen Riegel müssten also erst geknackt werden, bevor man an den eigentlichen Transaktionen etwas ändern könnte.

Ziemlich viel Aufwand für ein vielleicht noch etwas sichereres autonomes Fahren. Aber seien Sie getröstet, Sie merken nichts davon. Während für Besitzer/innen von E-Autos hier aber der Aufwand für das Laden reduziert wird, springt auch für die anderen vielleicht ein Vorteil beim Lösen von Park-Tickets heraus. Anknüpfend an das Beispiel mit der Schule haben auch von Ihrem Auto gesammelte Daten einen Wert. Man spricht ganz offiziell davon, dass diese Daten mit Internet-Geld vergütet werden könnten.

Bevor Sie jetzt den Kopf schütteln, hier eine mögliche Anwendung. Schon heute kauft man oft zusammen mit dem Auto eine bestimmte Anzahl von Wartungen. Oder man zahlt einen monatlichen Betrag und hat die Wartung frei. Da es inzwischen mehrere Anbieter von Inspektionen auch für das Neufahrzeug gibt, suchen Sie sich als Käufer/in einen aus. Der gibt Ihnen einen bestimmten Rabatt, wenn er laufend die Daten Ihres Fahrzeugs untersuchen darf und damit dessen technische Überwachung übernimmt. Hier bedeutet die Erlaubnis des Datenzugriffs eine Kundenbindung, evtl. für lange Zeit.

Beim autonom fahrenden Auto ist es möglich, dass es leicht aus dem Blickfeld gerät, weil jeder es benutzt, aber sich niemand für seinen technischen Zustand verantwortlich fühlt, wie das bei einem Auto der Jetztzeit in der Regel der Fall ist. Da kann die Übertragung der Beobachtung auf technische Mängel an eine Werkstatt durchaus Sinn machen.


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