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Mercedes G-Modell

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460-Diesel R-4/R-5/R-5, 2399/2497/2998 cm3, Vorkammer, 90,9*92,4/87,0*84,0/90,9*92,4 mm, OHC, 137/151/172 bei 2400/min, 53/62/59 kW (72/84/80 PS) bei
4400/460074000/min, M-4 (M-5, A-4), Hinterradantrieb, Frontantrieb zuschaltbar, Starrachsen, Schraubenfedern Längs-/Querlenker, Kugelumlauflenkung, Scheiben/Trommeln, 3,7/2,4/1,7/2,0 m / 4,4/2,85/1,7/1,9 m,
1.900-2175 kg, 115/125/127 km/h, 1979/1987/1979.
460-Benziner R-4/R-4/R-6, 2307/2299/2746 cm3, CD-Vergaser/K-Jetronic, 93,8*83,6/95,5*80,3/86,0*78,8 mm, 167/188/226 Nm bei 2500/4000/4250/min, 66/92/115 kW (90/125/156
PS) bei 5000/5000/5250/min, 1,870-2115 kg, 128/145/150 km/h, 1979/1982/1980.
Das 'G' steht für 'Geländewagen' und kennzeichnet ein schon im Jahr 1973 beschlossenes Gemeinschaftsprojekt von Daimler-Benz und Puch. Daimler-Benz steuert die Antriebseinheiten einschließlich der Motoren
und der Inneneinrichtung bei, Puch sorgt für den Rest der Konstruktion einschließlich Geländeausstattung. Getestet wird während der Entwicklung bei Mercedes, gefertigt schließlich im Puch-Werk Graz-Thondorf.
Zwei lange Träger spannen sich in Bögen über Vorder- und Hinterachse, durch Verbindungsrohre zu einem Leiterrahmen verschweißt. Hinten durch Längslenker gezogene, vorne geschobene Starrachsen mit
Schraubenfedern, vorne besonders lang für viel Federweg und Möglichkeiten der Verschränkung. Anfangs wird der gesamte, bei Mercedes übliche Antriebsstrang beibehalten, nur die Kardanwelle durch ein
Verteilergetriebe unterbrochen, das abschaltbares Drehmoment nach vorn liefert.

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Wohl selten hat es bei Mercedes Pkws so ein karges, mehr auf den Zweck gerichtetes Armaturenbrett (Bild oben) gegeben. Das vom Transporter stammende Lenkrad ist wohl bei keinem restaurierten G-Modell mehr
zu finden. Daher stammen auch die Sitze, hier mit Kunstoffbezug im Schotten- oder Karomuster. Es gibt ihn als Fast-Cabrio mit Plane, geschlossen mit und ohne Fenster, jeweils mit kurzem und langem Radstand.
Davon hängt dann auch die Zahl der Türen und die Zahl der zu befördernden Personen (bis zu 9) ab.
Große Unterschiede tun sich beim Allradantrieb auf. Während der 460er noch zuschaltbar und separat ist, erhält der 463er das jeweils ins Getriebe integrierte Verteilergetriebe und damit permanenten Allradantrieb mit
sich automatisch zuschaltenden Sperren. Dank Synchroneinrichtungen konnte man im G-Modell schon immer den Allradantrieb und die Sperren während der Fahrt zuschalten.

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Man merkt der Gestaltung des Wagens an, dass er, 25 Jahre bevor SUVs salonfähig werden, zunächst sehr zweckgebunden nur auf eine bestimmte Zielgruppe ausgerichtet ist. Dazu gehört neben der üblichen Klientel
auch das Militär. Im Ausland ist der Wagen so beliebt, dass es im Zuge der sich zerschlagenden Pläne, eine europaweite leichte Militärversion zu schaffen, zu einer französischen Lizenzfertigung als Peugeot P2 (Typ
462) kommt. Die Bundeswehr ist einstweilen noch an den Iltis von VW vertraglich gebunden. Erst viel später kommt das G-Modell als 'Wolf' (Bild oben) in deren Hände.

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Während die meisten anderen eher Straßenfahrzeuge mit guten Geländeeigenschaften sind, ist es bei diesem Fahrzeug umgekehrt. Trotz zweier Starrachsen und
hohem Schwerpunkt hat man ihm alles mitgegeben, um auch auf der kurvenreichen Landstraße gut bestehen zu können. Die Federung/Dämpfung und die Achsführung lassen noch genügend Spielraum für
Verbesserungen.

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Dazu gehört dann auch ein verwindungsfreier Rahmen mit Anlenkpunkten, die in den dem Nutzfahrzeugbau entliehenen Tests untersucht und umgestaltet werden. Alle Funktionen müssen natürlich sowohl in Heiß- als
auch in Kältegebieten unserer Erde gewährleistet sein. Das G-Modell ist für ausgesprochen hohe Beanspruchung gebaut und wird die zweitlängste Modelllaufzeit im ganzen Daimler-Konzern haben.

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Seit 1982 wird das G-Modell bei Puch gefertigt (Video oben). In den Alpenländern und in Osteuropa kommt er auch als solcher auf die Welt. Der Schah von Persien
hat das Projekt angestoßen, will er doch unfassbare 20.000 Stück des trotz Einfachausstattung nicht gerade billigen Wagens ordern. Seine Liebe zu teuren Spielzeugen dominiert den Blick für die Möglichkeiten seines
Landes trotz Ölreichtum. Er wird durch die Revolution Ende 1978 unter Führung des Ayatollah Chomeini hinweggefegt.

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In der Folge werden wir erleben, wie zwei ungleiche Partner zusammenwachsen. Denn Puch hat mit dem umgebauten Fiat 500 und dem Haflinger eher kleinere Fahrzeuge gebaut. Mercedes schafft es im Laufe der
Zeit auch eingefleischte Konstrukteure ehrlicher und kompromissloser Geländewagen mit dem Rückenwind von Verkaufserfolgen zu immer mehr Zugeständnissen zu bewegen.

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Während anfangs sogar noch Benziner mit Vergaser- und natürlich Diesel mit Vorkammertechnik eingebaut sind, ändert sich das sehr rasch, ebenso wie die Innenausstattung. Die Privatiers verlangen mehr Komfort
und sind bereit, mehr dafür zu bezahlen. Immerhin beträgt der Tankinhalt bis zu 95 Liter und schrumpft erst spät auf 75 Liter. Letztlich kommt das G-Modell, wenn auch bisweilen auf Umwege über Tuner, zu allen
möglichen Motoren aus dem Mercedes-Regal, natürlich auch noch mit erheblichen Mehr-PS versehen (Bild oben).

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Sie können sich vorstellen, dass diese Karosserie, verglichen mit den relativ windschnittigen Limousinen, nicht zu annähernd gleichwertigen Höchstgeschwindigkeiten zu bewegen ist. Immerhin schafft man es,
teilweise mit längeren Getriebeübersetzungen den Verbrauch ein wenig in Grenzen zu halten. Getriebe heißt beim G-Modell zu der Zeit noch Handschaltung, Automatik danach bei den größeren Motoren als Option. Man
muss auch bei deren Haltbarkeit neu lernen, denn nicht immer sind nur die Handschalter von Mercedes problematisch.

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Auch Nicht-Enthusiasten des G-Modells können ihm seine herausragenden Geländeeigenschaften nicht absprechen. Der Wagen stellt ein solides Paket mit viel praktischem Nutzwert im Gelände und
einigermaßen machbaren Fahrleistungen auf der Straße dar, auch wenn er es mit dem Komfort mercedestypisch übertreibt. Nichts erinnert später im Innenraum mehr an die Einfachheit und Zweckmäßigkeit eines
Gländewagens. Insgesamt ist er jetzt auch zum Ausflug für eine Opernabend geeignet.

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