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Allrad 2 - Jeep 4



Willys Go Devil Motor 2.199 cm2 (79,4 mm * 111,1 mm), R4, 6,48 : 1, sv, Flüssigkeitskühlung, 142 Nm bei 2000/min, 41/45 kW (56/61 PS) bei 4000/min, 1940

Die so schwere Geburt wird erfolgreich ihren Weg bestreiten. Wer weiß, wie hoch der Anteil des Jeeps am Sieg der Alliierten sein mag. Seinen Name soll er der schnoddrigen Ausdrucksweise der Ford- Bezeichnung 'GP' verdanken, die Abkürzung für 'General Purpose' (vielseitige Verwendbarkeit). Es gibt auch noch andere Erklärungsversuche.

Ersparen wir uns die Liebe einzelner Soldaten zu ihrem Jeep und die weiteren, eigentlich aber erfolglosen Varianten. Trotzdem passiert während des Krieges und gegen Ende noch Entscheidendes. So lässt sich beispielsweise Willys den Namen patentieren. Auch denkt man schon relativ früh über eine zivile Produktion nach.

Erstaunlich und doch erklärlich, dass Ford nach dem Krieg keine Ansprüche erhebt. Das erwähnte Patent mag ein Grund gewesen sein. Vielleicht viel wichtiger ist die Tatsache, dass man sich der zu erwartenden, riesigen Nachfrage nach Pkw und Transportern widmen will. Der Erfolg hier hat Ford als Nr. 2 in USA letztlich Recht gegeben.

Und Bantam? Die 1.500 Jeeps gehen z.T. abenteuerliche Wege nach Europa und Russland. Danach wird man nie wieder Autos produzieren. 1956 erfolgt die Übernahme durch einen Stahl-Produzenten. Bleibt also nur noch Willys. Hier hat man sich schon relativ früh auf die Nachkriegsproduktion eingestellt. Von Ende 1945 bis 1949 wird es einen Boom geben.

Willys hat ein Problem, nämlich das Pressen von Blechen in größerer Serie. Vor dem Krieg hat man entsprechende Zulieferer gefunden. Die jedoch liefern lieber in größerer Menge, als Willys sie verarbeiten kann. Und eigene Pressen lohnen sich nicht. Man findet schließlich Hersteller von Blechen z.B. für Waschmaschinen mit ausreichenden Stückzahlen.

Immerhin sind amerikanische Waschmaschinen etwas großer als europäische. Trotzdem hat man das Gefühl, man sieht es den Nachfolgern des Jeep an, besonders dem Station Wagon, vorne Jeep, hinten vielleicht Kühlschrank? Unglücklicherweise versucht man auch noch teilweise, das Holzdesign der anderen nachzuahmen.

Aber über die unmittelbar nach dem Krieg entstehenden Fahrzeuge ist leicht spotten. Zur geschlossenen Version gesellt sich noch eine offene als Pickup, die im Gegensatz zu ersterer den Allradantrieb beibehält. Und natürlich bleibt es bei einer zivilen Version des Jeeps. Als weitere Neuerungen gibt es noch einen Sechszylinder und den Jeepster, eine Art Roadster mit geschlossenem Verdeck.


So ganz nebenbei gibt es gegen Ende des Booms den Station Wagon auch als Allrad-Version. Damit besteht die Firma zu Recht darauf, das erste Sports Utility Vehicle auf den Markt gebracht zu haben.


Der Nachkriegs-Jeep avanciert vom CJ-2A zum CJ-3A

Ab 1950 gibt einen neuen Konflikt, der die Welt in Atem halten wird, den Korea-Krieg. Für Willys ein Glücksfall, werden doch jede Menge der jetzt verbesserten Jeeps gebraucht. Sie sind etwas größer geworden und haben jetzt einen OHV-Motor, 'Huricane' genannt. Immerhin leistet der jetzt 53 kW (72 PS) statt 46 kW (63 PS).

Wer sich in späteren Jahren das Modellprogramm anschaut, wird leicht zu der Erkenntnis kommen, dass über all die Jahre im Wesentlichen der Jeep gebaut worden sei und ansonsten Nebenprodukte. Es wäre ein falscher Eindruck, würde er doch den verzweifelten Kampf um Ausweitung der Produktlinie z.B. sogar auf 'normale' Personenwagen außer Acht lassen.

Allerdings gibt es auch gegenläufige Trends. Z.B. den GoDevil-Motor (Bild ganz oben), der immer wieder statt oder ergänzend zum Huricane ins Programm gehoben wird. Erst mit dem Modelljahr 1971 verschwindet er endgültig, eigentlich ein wenig spät für einen seitengesteuerten Motor.


Wenn wie in USA jedes Jahr ein neues Modell erwartet wird, darf man nicht auf allzu viele Neuerungen hoffen. Häufige Modellwechsel befördern mehr die Veränderung von technisch weniger wichtigen Komponenten, z.B. einem spitz zulaufendem Kühlergrill (Bild oben). Es wird halt in erster Linie fürs Auge gearbeitet. Das neue Modell muss als solches erkennbar sein.







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