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 DKW Munga



DKW Munga 896/980 cm3 (71,0/74,0 mm * 76,0 mm), R-3, 6,5/7,25 : 1, Wärmeumlauf, 71/80 Nm 3000/min, 28/32 kW (38/44 PS) bei 4200/4500/min, Doppelvergaser, 2 * 4+R-Gänge, 3,38/2,00/1,81/1,68 m, Querblattfeder/Querlenker v/h, Trommeln, 6.00 R 16 (5''), ab 355-690 kg, 1.025-1220 kg, 45 Liter, 90/98 km/h, ab 8.340 DM, 1954-68

Auto Union = DKW + Wanderer + Audi + Horch

Das wird eine längere Geschichte mit dem Mehrzweck-Universal-Geländewagen mit Allradantrieb und eigentlich müssten wir bei den ganz normalen DKW-Personenwagen beginnen. Denn in deren Umstellung vom Zweizylinder-Quermotor auf den leistungsstärkeren Dreizylinder liegt der Schlüssel für den Erfolg, der sich viel später mit dem Begriff 'quattro' schmückt.

Obwohl inzwischen drei, vier, ja sogar acht Zylinder quer möglich sind, entschieden sich die Entwickler damals für den Längsmotor, eine Hypothek, die sogar noch heute bei Audi leicht spürbar ist. Der Motor ist vor der Vorderachse angeordnet, aber das Getriebe dahinter. Wenn man es prinzipiell betrachtet, könnte man durch die Verlängerung von dessen Abtriebswelle nach hinten direkt zu einem Allradantrieb kommen.

Wir werden sehen, welche unglaublichen Variationen auch im Kleinen da möglich sind. Die wichtigste aber zuerst: So direkt geht es eigentlich nicht, weil damit die Vorder- und Hinterachse direkt miteinander verbunden wären. In unserem Buch 'Allrad 1' haben wir schon z.B. bei Kurvenfahrt belegt, warum das zu Verspannungen führt. Diese werden beim Munga angeblich durch nicht ganz biegesteife Wellen ausgeglichen.


Das ist ganz klar ein nicht abschaltbarer, permanenter Allradantrieb. Wie die angeblich flexiblen Wellen das machen, bleibt ungeklärt. Jedenfalls gibt es nur Kreuzgelenke überall, auch außen an den Vorderrädern. Man muss wohl verstehen, dass dieses Projekt unter enormem Zeitdruck stand und DKW nach Umsiedlung und Neubau in Ingolstadt jetzt zu einem teilweise bayrischen Automobilwerk geworden war. Dem damaligen Verteidigungsminister Strauß wird nachgesagt, er habe sich als Bayer besonders für die Auto Union eingesetzt.


Das ist der Goliath Typ 34. Sein Vorgänger hatte bei den Tests so enorme Ausfälle zu verzeichnen, dass die Veränderungen eine neue Typ-Nummer hervorriefen. Er erhielt sogar einen Viertakt-Boxermotor, weil der ursprüngliche Zweitakter mit der ersten Benzin-Direkteinspritzung überhaupt sich als nicht standfest erwies. Er hatte zwar einen zuschaltbaren Allrad, aber auch kein Mittendifferenzial. Offenbar waren seine Wellen biegesteifer als die des Mungo, was arge Defekte hervorrief.


Der unten abgebildete Porsche 597 wäre eigentlich der geeignetere Wagen für die zu erfüllenden Aufgaben gewesen. Er glänzte zwar mit einem hohen Preis, aber auch mit einem erprobten Konzept, nämlich im Grunde genommen das des VW-Kommandeurs- bzw Schwimmwagens (siehe Kapitel VW 1). In der zweiten Ausbaustufe war ein auf mehr Drehmoment statt Leistung getrimmter 1,6 Liter großer Viertakt-Boxer im Heck eingebaut. Es gab einen zuschaltbaren Vorderradantrieb und ein Fünfganggetriebe mit sehr stark untersetztem ersten Gang.


Die Prüfer sahen das anders. Man kritisierte das durch Heckmotor beladungsresistente Heck und den Benzintank vorne, stellte auch hier Schäden z.B. an der selbsttragenden Karosserie fest, weshalb immerhin Porsche den Lieferanten wechselte. Die Schwimmfähigkeit der ersten Version wurde dem Wagen wegen der fehlenden Türen eher nachteilig ausgelegt. Bei Porsche aber hatte man den Verdacht, der 597 sei besonders hart rangenommen worden. Man habe ihn z.B. im Leerlauf lange laufen lassen, um den höheren Verbrauch des Munga zu kaschieren.


Egal, der Munga gewinnt. Immerhin haben die Militärs auch vom Munga den Geländegang gefordert, der unten im Bild durch ein links nach oben geklapptes Zweiganggetriebe angezeigt wird. Dadurch lassen sich alle Gänge so weit nach unten übersetzen, dass im ersten Gang sogar 3 km/h möglich werden.


Der DKW-Munga als Blaupause für den Audi quattro? Wohl nur bedingt, wenn er ohne Mittendifferenzial und ausschließlich mit Kreuzgelenken antritt und dann trotz nur zwei Meter Radstand im Wendekreis auf 12,5 Meter begrenzt werden muss. In die private Nutzung kommen die Fahrzeuge übrigens erst, nachdem sie bei der Bundeswehr ausgemustert worden sind.








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