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  Motorrad 1



Man könnte meinen, die ersten Nutzer von Motorrädern wären eher ärmere Leute gewesen, die sich kein Vierrad leisten konnten. Weit gefehlt. Ähnlich wie 50 Jahre vorher beim Fahrrad sind es Wohlhabende, die mit dem Motorrad freizeitorientiert eher sportliche Ziele verfolgen. Motorradfahren hat viel mehr als Autofahren mit dem unmittelbaren Erlebnis zu tun, erfordert mehr auch emotionale Verknüpfung mit dem Gefährt, ist rational z.T. nur schwer zu erklären.

Erst in den 30er Jahren wird das Motorrad etwas massentauglicher, in USA natürlich früher, obwohl dort das günstige Auto eine starke Konkurrenz darstellt. In Europa sind Autos für die allermeisten Leute noch unerschwinglich. Motorräder bis 200 cm³ sind das höchste Maß aller Dinge, z.T. auch durch die Steuerpolitik der Länder erzwungen. In Deutschland kommt es erst so etwa 10 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg zum Höhepunkt des Zweirad-Booms.

Um dann aber auch recht schnell abzuebben. Das Motorrad hatte sich als Türöffner für den massenhaften Kauf von Autos erwiesen. Mit seinem Rückgang verabschieden sich auch die wichtigsten Hersteller von ihm und machen den Japanern Platz, die den Freizeitwert des Motorrades ein paar Jahre später richtig vorhergesehen haben. Nur im Osten mit seinen schwierigeren Lebensverhältnissen und Wartezeiten auf Autos bis zu 15 Jahren bleibt das Motorrad Massen-Transportmittel.

Ausgerechnet die USA sind das Land, in dem die Träume von einem extra Freizeitvehikel reifen. Das gilt sogar für Autos, die sich zu für den Alltag schrecklich unpraktischen Gefährten wandeln und eigentlich sündhaft teuer sind. Das gilt nicht für die Motorradtechnik, die inzwischen Dank japanischer Akribie ausgereifter, bezahlbar und auch für den Normalgebrauch recht gut nutzbar ist. Die Bezahlbarkeit hat natürlich auch damit zu tun, dass der Gesellschaft zumindest im Westen deutlich mehr Mittel zur Verfügung stehen.

Sorgen bereiten nach und nach die Unfallzahlen der immer leistungsfähiger werdenden Gefährte, während diese wegen der steigenden Sicherheitsvorsorgen bei Autos sinken. Eine gewisse Zeit lang wird eine Bremse von 74 kW (100 PS) bei der Motorisierung eingezogen, die aber inzwischen längst wieder außer Kraft gesetzt ist. Damit befähigt das Motorrad den Menschen zu außergewöhnlichen Fahrleistungen, die allerdings ein größeres Maß an Verantwortung bedingen.

Zunehmend wird das weniger potente Zweirad interessant für den Nahverkehr besonders in Städten. Die Umweltdiskussion beeinflusst es zwiespältig. Während Motorräder von den strengen Abgasgesetzen nach Pkw und Lkw eher wenig berührt sind, sind diese Vehikel für den Antrieb mit E-Motoren wegen ihres geringen Leistungsverbrauchs ausgesprochen gut geeignet. Inzwischen feiert sogar das Fahrrad mit Hilfsmotor, allerdings als Pedelec fröhliche Wiedergeburt. Das wichtigstes Transportmittel einer Familie wird das Zweirad aller Voraussicht nach allerdings nie mehr werden.

Erstaunlicherweise haben sich Zwischenlösungen in Form überdachter und auch sicherer Motorräder (BMW C1 - Bild) nicht durchgesetzt. Nahm früher der Gebrauch von leistungsstarken Motorrädern bei der Jugend einen wichtigen Platz ein, ist er heute eher in den Hintergrund getreten. Man gewöhnt sich an manch älteres Gesicht, wenn der meist männliche Motorradfahrer den Helm abnimmt. 06/12

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