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Geschichte Porsche Cisitalia

Porsche Cisitalia 1947 - größeres Bild durch Anklicken!
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Englische Version

Porsche Cisitalia
MotorbauartBoxer-Zwölfzylinder
Hubraum1493 cm³
Kurbelwelle7 Rollenlager (Hirth)
Motorsteuerung2 * DOHC (Schlepphebel)
Ventile4 pro Zylinder
Aufladung2 Roots-Kompressoren, 1,8 bar Ladedruck
Gemischbildung2 Weber Fallstromvergaser
SchmierungTrockensumpf, 25 Liter
Leistung283 kW (385 PS) bei 10.500/min
BauartMittelmotor, längs, Allradantrieb
GetriebeFünfgang
KarosserieRohrrahmen, Magnesium
Radstand2590 mm
Leergewichtca. 720 kg
Höchstgeschwindigkeitca. 250 km/h
Baujahrab 1947

Man muss sich die Situation vorstellen. Ferdinand Porsche sitzt in französischer Haft, seine Schwester Louise Piech führt offensichtlich die Geschäfte, Oberingenieur Rabe die Technik und Sohn Ferry ist gerade erst ein halbes Jahr frei. Man repariert ehemalige Wehrmachts-VWs, offensichtlich mit noch vorhandenen Teilen.

Da gibt es einen jungen italienischen Industriellen, der an der Ausrüstung des Militärs offensichtlich gut verdient hat und einen Rennstall aufbaut. Zusammen mit dem berühmten Tazio Nuvilari sucht er nach einem konkurrenzfähigen Auto. Bisher verfügen sie nur über den Monoposto oben in den Bildern mit 1100 cm³ Hubraum und 48 W (65 PS) bei 5800/min.

Piero Dusio, so heißt der Retter der Porsches, sieht ein, dass er mit seinem bisherigen Rennstall nicht weit kommt, auch wenn er noch einen alten Maserati besitzt. Übrigens ist Gmünd nur knapp 50 km von der italienischen Grenze entfernt und es gibt einen Verbindungsmann, Rudolf Hruska aus Meran, der Mitkonstrukteur am Auto Union Typ C und spätere Schöpfer des Alfasud.

So und vermutlich auch wegen dem Namen, den Porsche in der Autowelt hat, erhält die Firma den Entwicklungsauftrag für einen Rennwagen mit 1,5 Liter Hubraum und Aufladung u.a. Daran beteiligt ist der in der späteren Automobilgeschichte nicht unbekannte Carlo Abarth.

Man fragt sich, wie so ein Auto im Prinzip in der Holzhütte einer Sägemühle entwickelt werden kann. Gebaut wird es übrigens in Turin. Zwölfzylinder-Boxer mit nur 1,5 Liter Hubraum, Kompressor mit Fünfgang und Allrad in einem Gitterrohrrahmen. Der Hubraum wird von der Formel 1 für aufgeladene Motoren diktiert. Angeblich können die Vorderräder einzeln (!) zugeschaltet werden.

Ach ja, nach dem ursprünglich geschlossenen Vertrag sollten zusätzlich noch ein Sportwagen, ein Traktor und eine Wasserturbine entwickelt werden. Doch schon bei der Vorstellung des GP-Wagens sind diese Pläne Makulatur. Dusios Firma geht es schlecht und inzwischen haben andere Italiener die GP-Bühne betreten.

In einem europäischen Rennen ist der Wagen also nie gelaufen. Dusio lässt ihn nach Argentinien verfrachten und dort macht dieser eine bescheidene Karriere Er gewinnt zwar nicht den dortigen Grand Prix, erzielt aber einen Geschwindigkeitsrekord. Wie der Wagen in die Porschesammlung kommt, das ist wohl eine weitere, spannende Geschichte. 12/09



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